Dienstag, 05. Januar 2016

Italien will Kontrollen an Grenze zu Slowenien wieder einführen

Italien will wieder Kontrollen an der Grenze zu Slowenien einführen. Angesichts des zunehmenden Flüchtlingsstroms sollen italienische Grenzpolizisten die Dokumente aller Personen überprüfen, die die Grenze überschreiten. Dies gelte auch für Bahnpassagiere, berichtete die Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ am Dienstag.

Rom will mit den Grenzkontrollen zu Slowenien dem Beispiel Dänemarks folgen. - Foto: sento
Rom will mit den Grenzkontrollen zu Slowenien dem Beispiel Dänemarks folgen. - Foto: sento

In den letzten Wochen sei in Italien die Anzahl der aus Slowenien ankommenden Flüchtlinge stark gewachsen, berichtete das Innenministerium in Rom. Bis zu 400 Flüchtlinge pro Woche erreichen Italien über Slowenien.

Rom will mit den Grenzkontrollen dem Beispiel Dänemarks folgen. Das Land hat am Montag vorübergehend wieder Kontrollen an der Grenze zu Deutschland eingeführt und damit auf die neu geltende Ausweispflicht an der schwedischen Grenze reagiert (STOL hat berichtet).

Laut italienischem Innenministerium sind im vergangenen Jahr 153.842 Flüchtlinge in Italien eingetroffen, das sind neun Prozent weniger als 2014. Italien versorgt zur Zeit 103.792 Flüchtlinge.

Rom klagt über langsame Umverteilung der Flüchtlinge

Die italienische Regierung beklagt, dass die beschlossene Umverteilung von 160.000 Flüchtlingen innerhalb der EU nur sehr langsam voranschreite. Insgesamt sollten rund 80 Menschen pro Tag im Rahmen des EU-Umverteilungsprogramms von Italien in andere Länder gebracht werden.
In drei Monaten haben jedoch lediglich 190 Flüchtlinge das Land verlassen. Weitere 50 Flüchtlinge sollten bis zum 15. Jänner das Land verlassen.

apa

stol