Donnerstag, 16. April 2015

Italien wirft EU unzulängliche Hilfe im Umgang mit Flüchtlingen vor

Italien wirft der EU unzulängliche Unterstützung im Umgang mit der massiven Flüchtlingswelle aus Libyen vor.

Außenminister Paolo Gentiloni verlangt von der EU mehr Unterstützung in Sachen Flüchtlinge
Außenminister Paolo Gentiloni verlangt von der EU mehr Unterstützung in Sachen Flüchtlinge - Foto: © LaPresse

„Die Rettungsaktion im Mittelmeer lastet bis zu 90 Prozent auf unseren Schultern“, sagte Außenminister Paolo Gentiloni am Donnerstag. „Italien muss de facto für alle Operationen aufkommen. Die Flüchtlingswelle ist ein europäisches Problem, Abhilfe schaffen aber nur wir Italiener. Etwas funktioniert nicht“.

Die EU gebe lediglich drei Millionen Euro für die Mittelmeermission „Triton“ aus, betonte Gentiloni im Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“.

Italien verlange mehr Geld und mehr Klarheit darüber, wohin die geretteten Flüchtlinge gebracht werden sollten. „Wohin sollen die Flüchtlinge? Zum nächsten sicheren Hafen? Zum Herkunftsland des Schiffes, das sie rettet? Die EU muss eine klare Antwort geben.“

Gentiloni rief die EU zu Initiativen gegen den Menschenhandel auf. Außerdem müsse man Flüchtlingseinrichtungen in den an Libyen grenzenden Ländern aufbauen. Damit könne man eine weitere Zunahme der Flüchtlingswelle in Richtung Europa bremsen.

Italien drängt die EU auch zu „gezielten Anti-Terroraktionen“, um IS-Kämpfer und die Flüchtlingswelle in Richtung Europa zu stoppen. „Die doppelte Gefahr der jihadistischen Kämpfer und der Flüchtlingswelle zwingt uns zu einem Wettlauf gegen die Zeit“, betonte Gentiloni.

apa

stol