Dienstag, 12. Dezember 2017

Italienische Ärzte streiken gegen Einsparungen im Gesundheitswesen

Aus Protest gegen geplante Einsparungen der italienischen Regierung im Gesundheitswesen sind die Ärzte in Italien am Dienstag in den Streik getreten. Rund 200.000 Mediziner beteiligten sich an dem ganztägigen Arbeitsaufstand. Zwei Millionen medizinische Untersuchungen und 40.000 geplante Operationen fielen daher aus.

 Der laufende Abbau staatlicher Ressourcen gefährde die Zukunft des öffentlichen Gesundheitssystems, warnen die Ärzte.
Der laufende Abbau staatlicher Ressourcen gefährde die Zukunft des öffentlichen Gesundheitssystems, warnen die Ärzte. - Foto: © shutterstock

Nur der Dienst in Intensiv- und Notfallstationen wurde gewährleistet, teilte der Ärzteverband Anaao Assomed mit. Dem Streik schlossen sich auch Veterinärmediziner an. Der Protest richtete sich gegen die im Budgetgesetz enthaltenen Einsparungen der Regierung von Premier Paolo Gentiloni im Gesundheitswesen.

Das Personal in Krankenhäusern sei aus Spargründen stark reduziert worden, Überarbeitung und Stress seien die Norm. Der laufende Abbau staatlicher Ressourcen gefährde die Zukunft des öffentlichen Gesundheitssystems, warnen die Ärzte.

Die Gewerkschaften kritisierten, dass Bürger immer öfter selber für Gesundheitsausgaben aufkommen müssen. Das belaste vor allem die einkommensschwachen Italiener, die ohnehin schon die Auswirkungen der Krise in den vergangenen Jahren sehr zu spüren bekommen hätten. Der Ärztestreik löste entrüstete Reaktionen von Konsumentenschutzverbänden aus.

 apa

stol