Freitag, 22. April 2016

Italienische Regierung löst Stadtrat wegen Mafia-Verdachts auf

Die italienische Regierung hat den Stadtrat der norditalienischen Kommune Brescello wegen Mafia-Verdachts aufgelöst.

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Es sei das erste Mal, dass diese Maßnahme gegen eine Stadt in der Region Emilia-Romagna verhängt werde, berichtete die Zeitung „La Repubblica“ am Donnerstag. Üblicherweise würden Stadträte im Süden des Landes wegen Mafia-Verdachts aufgelöst.

Die Regierung in Rom wurde durch einen Polizeibericht aufgeschreckt, in dem es hieß, der Stadtrat von Brescello sei von der Mafia infiltriert.

Die Stadt mit ihren gut 5.600 Einwohnern liegt in der Po-Ebene. 400 Einwohner stammen aus der süditalienischen Region Kalabrien, in der die Mafia-Organisation 'Ndrangheta verwurzelt ist.

Diese wird von der italienischen Polizei als aktivste, reichste und mächtigste verbrecherische Organisation in Europa eingestuft.

Im vergangenen Jahr nahm die italienische Polizei in der Emilia Romagna rund hundert Menschen unter dem Verdacht fest, mit der 'Ndrangheta zusammenzuarbeiten. In den vergangenen zwei Jahrzehnten setzte sich die 'Ndrangheta in Geschäften und Behörden sowie in den Justizbehörden der Region fest.

apa/afp

stol