Dienstag, 02. Januar 2018

Italienisches Blatt ernennt Mussolini zum "Mann des Jahres"

Der Südtiroler Heimatbund übt scharfe Kritik an der Ernennung des "Duces" zum Mann des Jahres 2017 durch die Tageszeitung „Il Tempo“. "Noch unverständlicher wird diese Ehre, wenn man bedenkt, dass „Il Tempo“ mit einer Auflage von mehr als 16.000 Exemplaren zu den meistgelesenen Tageszeitungen Italiens gehört", schreibt der SHB.

Die Titelseite der Zeitung.
Die Titelseite der Zeitung.

Es ist wohl einzigartig in Europa, dass eine Zeitung das Bild eines ehemaligen Diktators auf einer Titelseite abdruckt.

„Erhabenen Blickes, in elegantem Anzug mit Hemd und natürlich schwarzer Krawatte erinnert das Bild des Duce an eine Propagandazeitung in der faschistischen Zeit,“ so der Roland Lang, Obmann des Südtiroler Heimatbunds in einer Aussendung. 

In der Überschrift des Berichtes zur Ernennung zum Mann des Jahres steht: „Er ist viel lebendiger als unsere Politiker“. 

Der Redakteur Marcello Veneziani versucht in seinem ebenfalls auf der ersten Seite platzierten Leitartikel die Ernennung damit zu erklären, dass über die zwanziger Jahre und Mussolini im vergangenen Jahr mehr geschrieben wurde als über die derzeitigen italienischen Politiker. Dies wegen der Beseitigung der faschistischen Relikte und Straßennamen sowie der Diskussion über das Verbot faschistischer Wiederbetätigung, so Veneziani. Auch bedauert er, dass die Verbrechen des Kommunismus immer kleingeredet werden.

Faschismus hoffähig 

„Ein Mussolini auf der Titelseite einer Zeitung und die Heimholung des Königs Vittorio Emanuele III, jenes Königs, der Mussolini den Weg zur Macht eröffnete und die Rassengesetze unterschrieb, zeigen, dass in Italien der Faschismus noch immer hoffähig ist“, betont der Obmann des Südtiroler Heimatbundes Roland Lang. 

Armes Italien, wenn einer Zeitung kein besserer als Mussolini einfällt, um ihn zum Mann des Jahres zu ernennen, schließt Lang.

stol

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