Dienstag, 10. April 2018

Italiens Flüchtlings-Hotspots regelmäßig überfüllt

Das Antifolterkomitee des Europarats hat die Überfüllung in italienischen Flüchtlings-Zentren angeprangert. Die Belegung der der sogenannten Hotspots überschreite regelmäßig die offizielle Aufnahmekapazität, heißt es in einem Bericht, den das Gremium am Dienstag veröffentlichte. Außerdem müssten gelegentlich unbegleitete Minderjährige mehrere Wochen in den Hotspots bleiben, weil in den eigens für sie errichteten Zentren kein Platz sei.

Viele Aufnahmezentren überschreiten regelmäßig die offizielle Aufnahmekapazität.
Viele Aufnahmezentren überschreiten regelmäßig die offizielle Aufnahmekapazität. - Foto: © shutterstock

Die Experten hatten einen Hotspot auf der Mittelmeerinsel Lampedusa und drei weitere auf Sizilien besucht. Lampedusa stand in letzter Zeit wegen der schlechten Bedingungen besonders in der Kritik, das Innenministerium hatte das Aufnahmelager zeitweise auch geschlossen.

Italien, das wegen seiner Lage am Mittelmeer besonders viele Migranten aufnimmt, müsse mehr Unterstützung von den europäischen Ländern bekommen, forderte die Expertengruppe. Europa müsse koordiniert vorgehen, um das Land zu entlasten. In Italien kamen im letzten Jahr knapp 120.000 Migranten an den Küsten an. Seit Beginn diesen Jahres waren es knapp 7000.

Das Antifolterkomitee des Europarats hat zur Aufgabe, Missstände etwa in Gefängnissen, Polizeidienststellen und psychiatrischen Kliniken aufzudecken. Dazu verfasst es Berichte und mahnt Verbesserungen an. Sanktionen kann es nicht verhängen.

dpa

stol