Montag, 16. April 2018

Italiens Politik blickt gespannt auf Regionalwahlen in Friaul

Während immer noch kein Ausweg aus der Pattsituation nach den Parlamentswahlen am 4. März in Rom in Sicht ist, blicken die politischen Kräfte gespannt in Richtung Friaul Julisch-Venetien. Die autonome Region ist am 29. April zu Wahlen aufgerufen. Gerechnet wird mit einem klaren Sieg der Mitte-Rechts-Allianz um Ex-Premier Silvio Berlusconi.

Gerechnet wird mit einem klaren Sieg der Mitte-Rechts-Allianz um Ex-Premier Silvio Berlusconi.
Gerechnet wird mit einem klaren Sieg der Mitte-Rechts-Allianz um Ex-Premier Silvio Berlusconi. - Foto: © shutterstock

Die Regionalwahlen gelten als wichtiger Test, von dem sich vor allem die Lega Nord einen weiteren Sieg im koalitionsinternen Konkurrenzkampf mit der Forza Italia von Silvio Berlusconi erhofft. Nachdem Lega-Chef Matteo Salvini seinen Vertrauensmann Massimiliano Fedriga als gemeinsamen Mitte-Rechts-Kandidaten im Rennen um die Führung der Region durchsetzen konnte, spürt die Partei Rückenwind. Laut der jüngsten, vom Meinungsforschungsinstitut SWG veröffentlichten Umfrage könnte Fedriga die Regionalwahlen mit zwischen 47 und 51 Prozent gewinnen.

Fedrigas Mitte-links-Rivale Sergio Bolzonello könne es auf maximal 30 Prozent der Stimmen bringen, ergab die Umfrage. Die Lega scheint in Friaul von den positiven Ergebnissen bei den Parlamentswahlen zu profitieren. Laut der Umfrage könnte die Partei circa 29 bis 33 Prozent erreichen. Bei den Parlamentswahlen hatte die Salvini-Partei in der autonomen Region 25,8 Prozent der Stimmen erobert.

Die „Forza Italia“ müsste sich dagegen laut der Umfrage mit 7,6 bis 9,6 Prozent der Stimmen begnügen. Das ist noch weniger als bei den Parlamentswahlen, als die Berlusconi-Partei in Friaul lediglich 10,7 Prozent erhalten hatte. Sollten diese Umfragewerte bestätigt werden, würden sich die Machtverhältnisse in der Mitte-Rechts-Allianz noch mehr zugunsten der „Lega Nord“ ändern, was auch Auswirkungen auf die Regierungsverhandlungen in Rom haben könnte.

„Movimento 5 Stelle“ rechne mit Stimmenrückgang

Bei den Regionalwahlen in Friaul muss der „Movimento 5 Stelle“ laut der SWG-Umfrage mit einem Stimmenrückgang rechnen. Die Bewegung, die Alessandro Morgera als Kandidat für die Führung der Region ins Rennen schickt, dürfte zwischen 17,8 Prozent und 21,8 Prozent der Stimmen bekommen, bei den Parlamentswahlen hatte sie es in der Region jedoch noch 24,6 Prozent geschafft. Eine entscheidende Rolle werden die unentschlossenen Wähler spielen. Diese machen immerhin 19 Prozent der Wahlberechtigten aus.

apa

stol