Mittwoch, 30. August 2017

Italiens Regierung beschließt Geldspritze gegen Armut

Die Regierung von Ministerpräsident Paolo Gentiloni hat am Dienstag ein Dekret verabschiedet, dass Unterstützungen in Höhe von 1,8 Milliarden Euro vorsieht.

Die Regierung will gegen die Armut in Italien vorgehen.
Die Regierung will gegen die Armut in Italien vorgehen. - Foto: © shutterstock

Von einem Minimum von 190 Euro für eine Person bis zu einem Maximum von 485 Euro monatlich für eine Familie mit fünf oder mehr Mitgliedern sollen dank dem neuen Maßnahmenpaket in die Taschen jener Menschen fließen, die das nationale Statistikinstitut ISTAT als „neue Arme“ bezeichnet. Die Höhe hängt von der Anzahl der Familienangehörigen und deren Einkommen ab.

Anspruchsberechtigte Personen können 18 Monate lang mit dem sogenannten „Inklusionseinkommen“ (REI) rechnen. 6 Monate nach Ablauf der 18 Monate kann wiederum um diese Form der Unterstützung angesucht werden.

Jede Familie wird nicht mehr als 5824 Euro pro Jahr beziehen können. Vorrang sollen Familien mit minderjährigen Kindern oder gehandicapten Angehörigen, Schwangere, und Arbeitslose im Alter von über 55 Jahren haben. Das „Inklusionseinkommen“ können Italiener, EU-Bürger, sowie Ausländer mit Aufenthaltsgenehmigung und Asylanten erhalten, die seit mindestens 2 Jahren in Italien leben.

Dekret tritt ab 1. Januar 2018 Januar in Kraft 

Die Anträge können ab Dezember in der Wohngemeinde der Familie eingereicht werden, die um das Integrationseinkommen bittet. Die Gemeinde wird sie innerhalb von 10 Tagen der Fürsorgeanstalt INPS schicken.

Das Institut muss innerhalb von 5 Tagen prüfen, ob Recht auf das Inklusionseinkommen besteht. Italien ist bisher das einzige EU-Land ohne eine konkrete Linie zur Armutsbekämpfung. Das Kabinett wolle mit dem neuen Dekret eine Lücke schließen, verlautete es aus der Regierung.

Seit 2007, dem Jahr vor Beginn der Krise, hat sich die Zahl der armen Italiener auf 4,8 Millionen verdoppelt. Betroffen sind 8 Prozent der Bevölkerung, geht aus jüngsten Statistikangaben hervor. 

stol/D

stol