Dienstag, 05. Mai 2015

Italienweite Proteste legen Schulen lahm

Eine italienweite Protestaktion gegen die geplante Bildungsreform in Italien hat am Dienstag das gesamte Schulwesen des Landes praktisch zum Erliegen gebracht.

Proteste in Rom
Proteste in Rom - Foto: © LaPresse

Zehntausende Demonstranten, vor allem Lehrer und Schüler, versammelten sich zu Kundgebungen in zahlreichen Städten und protestierten gegen die von der Regierung von Ministerpräsident Matteo Renzi initiierte Reform der staatlichen Schulen.

Auch in Bozen kam es zu Protesten (STOL hat berichtet)

Gegen "gute alte Schule" 

Zu dem Proteststreik hatten die wichtigsten Gewerkschaften sowie Lehrer- und Elternverbände aufgerufen. Kundgebungen gegen die „Die gute Schule“ genannten Reformpläne gab es unter anderem in Rom, Mailand, Palermo, Catania und Bari. Regierungschef Renzi, der sich in Bozen aufhielt, versicherte, seine Regierung höre die Protestrufe.

Das Gesetzesvorhaben, das derzeit im Parlament beraten wird, ist unter dem Druck der Proteste bereits in einigen Punkten abgeändert worden. Die Kritik der Gegner richtet sich unter anderem gegen eine geplante Erweiterung der Befugnisse der Schulleiter sowie Möglichkeiten zur privaten Finanzierung staatlicher Schulen.

Leistungskriterien für Lehrer? 

Das Vorhaben, Leistungskriterien für die Beförderung der Lehrer einzuführen, wurde von den Gewerkschaften bereits abgeschmettert.

Renzi hatte gleichwohl bekannt gegeben, dass für besonders verdiente Pädagogen Prämien in Höhe von insgesamt 200 Millionen Euro gezahlt werden sollen – eine Premiere in Italien.

apa

stol