<b>Von Stephan Niederegger</b><BR /><BR />Er spielte als etwa Zehnjähriger im Wohnzimmer mit Lego-Bausteinen, als im Fernsehen Bon Jovi mit „It's My Life“ auftrat. Der heute 36-Jährige erinnert sich noch gut an diesen Moment – ein Schlüsselerlebnis, wie er es nennt. <BR /><BR />Sofort war Markus Seeber fasziniert von der Musik, die in ihm den Wunsch aufflammen ließ, auch einmal auf der Bühne zu stehen und Gitarre zu spielen. Er besuchte die Musikschule in Bruneck und spielte in der Mittelschule in der vom Kunstlehrer Egon Neuhauser geleiteten Schulband: „Das war eine bärige Zeit.“ <BR /><BR />In der Oberschulzeit war Markus mit der Band Rattaplan unterwegs – musikalisch auf den Spuren des 70er-Rocks und der Kultbands wie Deep Purple und Kiss. Aber es gab auch schon eigene Songs im damaligen Repertoire. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1272555_image" /></div> <BR /><BR />Nach der Matura war der Pusterer mit zwei Kollegen einige Monate lang in Australien mit dem „Work and Travel“-Visum unterwegs, unterrichtete anschließend kurze Zeit an der Grundschule in St. Sigmund und inskribierte sich daraufhin an der Universität in Innsbruck, zuerst im Fach Soziologie, später auf Lehramt in Deutsch und Geschichte. <BR /><BR /><embed id="dtext86-73348914_listbox" /><BR /><BR />Während der Studienjahre war die Musik nicht nur seine Leidenschaft, sondern auch seine wichtigste Einnahmequelle – als Solomusiker Til Tanga. Diese Zeit möchte Markus nicht missen, aber nach diesen sieben Jahren wollte er nicht mehr alleine auf der Bühne stehen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1272558_image" /></div> <BR /><BR />Er habe diese Freiheit und Unabhängigkeit als Solokünstler anfangs sehr genossen, später habe ihm gefehlt, mit anderen gemeinsam Musik zu machen, erzählt der 36-Jährige. Auf der Suche nach Gleichgesinnten gründete er schließlich mit dem Gitarristen Daniel Niendl und dem Bassisten Alexander Seitner die Rockband OK, Rose: „Live zu spielen macht brutal viel Spaß!“ <BR /><BR />Dabei ist Markus grundsätzlich seiner musikalischen Linie, dem Rock, Blues und Funk, treu geblieben – mit großteils eigenen Texten und Liedern. Im April vorigen Jahres veröffentlichten sie mit „Until I Can See The Sun“ ihr Debütalbum. Weil die Band aber noch keinen fixen Schlagzeuger hat und daher auf Aushilfsmusiker angewiesen ist, sei es nicht so einfach, Auftritte und Konzerttermine zu fixieren, erklärt der Frontmann.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1272561_image" /></div> <h3> Die junge Familie</h3>Seit zwei Jahren ist Markus Seeber mit der aus Vorarlberg stammenden Ergotherapeutin Katharina verheiratet, vor rund fünf Monaten kam ihr Sohn Jonathan auf die Welt. Daher sei für Proben und Auftritte derzeit wenig Zeit, denn der „kleine Mann“ beanspruche seine Eltern „so, wie es sich gehört“, sagt der stolze Vater, der diese neue Aufgabe sehr genießt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1272564_image" /></div> <BR /><BR />Um den Kopf frei zu bekommen, geht er am liebsten ins Fitnessstudio – nur ein paar Steinwürfe von seiner Wohnung in Völs bei Innsbruck entfernt. Wenn er auf dem Ergometer oder am Rudergerät trainiert, hört der Familienvater gerne Hörbücher, Podcasts oder einfach nur Musik. <BR /><BR />Dabei gehe es um „Geschichten aus der Geschichte“, um seine ganz persönlichen musikalischen Helden, wie etwa die Biografie von Sebastian Bach, dem kanadischen Sänger, der von 1987 bis 1996 Frontmann der Hard-Rock-Band Skid Row war.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1272567_image" /></div> <h3> Ein gutes Buch</h3>Gerne setzt sich Markus auch in eine Ecke und nimmt ein Buch zur Hand – wiederum zu den Themen Geschichte und Musik, aber auch Romane. In der Bibliothek des Altersheimes, wo seine Frau arbeitet, hat er den ukrainischen Schriftsteller Andrej (Andrij) Kurkow entdeckt. <BR /><BR />Seine Romane – eine Mischung aus absurdem Humor, Abenteuer und sozialem Kommentar – zeichnen sich durch einen scharfen, ironischen Blick auf das Leben in der postsowjetischen Gesellschaft aus. Im 2022 erschienenen „Tagebuch einer Invasion“ berichtete Kurkow über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.<h3> Der Urlaub</h3>Seine Frau Kathi liebt den Norden, er ist der „südliche Typ“. Jedes Jahr machen sie eine größere Reise. In den letzten Jahren waren Irland, Schottland, Island und Dänemark die Destinationen. Dazwischen gab es einen Urlaub in der Toskana, in Apulien oder andernorts auf der Apenninhalbinsel: „Wir bleiben nicht lange an einem Ort.“ <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1272570_image" /></div> <BR /><BR />Im kommenden Mai sind ein paar Tage auf Sardinien geplant. Dabei bleibt die Familie nicht nur am Strand, sondern will auch die Gegend erkunden. Es wird der erste Urlaub mit Kind – eine neue Erfahrung, auf die sich die beiden schon freuen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1272573_image" /></div> <BR />Und natürlich zieht es den Pusterer mehrmals im Jahr in seine Heimat – nach Pfalzen. Er freut sich immer wieder, seine Eltern und seine beiden Schwestern zu besuchen. Nun kann er auch Jonathan zeigen, wo sein Papa aufgewachsen ist. Zudem freut er sich schon auf die Südtirol-Tour von OK, Rose im kommenden August.<BR /><BR /><embed id="dtext86-73348913_listbox" />