Dienstag, 13. Januar 2015

„Je suis Charlie“: Slogan soll nicht Brillen oder Waagen zieren

Der Slogan „Je suis Charlie“ („Ich bin Charlie“) kann nicht von einem Marktteilnehmer kommerziell verwendet werden, etwa auf Brillen oder auch Feuerlöscher. In Frankreich wurden die Anträge für ein Marktrecht an der Solidaritätsbekundung, die seit dem blutigen Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ weltweit kursiert, abgelehnt. Über 50 Anträge allein für das Logo lagen vor.

"Je suis Charlie" soll nicht Waagen oder Brillen zieren.
"Je suis Charlie" soll nicht Waagen oder Brillen zieren. - Foto: © LaPresse

Dem französischen Institut zum Schutz geistigen Eigentums (INPI) zufolge wurden seit dem Anschlag am Mittwoch vergangener Woche zahlreiche Anträge auf Markenrecht für das Logo „Je suis Charlie“ oder Anspielungen darauf eingereicht. Sie seien aber nicht registriert worden, weil sie nicht der Anforderung entsprechen, wonach Markenrecht einen „unterscheidenden Charakter“ voraussetzt.

Slogan auf Brillen und Waagen?

Die Nachrichtenagentur AFP hatte Montagabend aus informierten Kreisen erfahren, dass bereits über 50 Anträge auf das Logo „Je suis Charlie“ eingereicht wurden. Ein Antrag wurde laut dem Kurznachrichtendienst Twitter beispielsweise von einem Industriellen eingereicht, der unter anderem Waagen, Feuerlöscher und Brillenetuis herstellt.

Geschaffen wurde das Logo wenige Minuten nach dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“ von Joachim Roncin, dem künstlerischen Leiter des Gratis-Magazins „Stylist“. Die drei Worte sind in weiß und grau mit den typischen Schriftzeichen der Satirezeitschrift auf schwarzem Grund gedruckt. Roncin teilte in einem Tweet mit, jeder könne die Solidaritätsbekundung frei verwenden, er würde aber eine „merkantile Nutzung“ bedauern.

Auf T-Shirts, Aufkleber und Anhänger

Das zu traurigem Ruhm gelangte Logo prangt bereits auf zahlreichen T-Shirts, Aufklebern und Anhängern, die seit dem Anschlag am vergangenen Mittwoch auf den Markt kamen. Solche Produkte wurden während der Massendemonstrationen vom Sonntag von fliegenden Händlern angeboten. Außerdem wurden bereits am Tag des Anschlags Websites wie jesuischarlie.fr, jesuischarlie.com und jesuischarlie.org geschaffen. Laut Twitter France wurde es außerdem bereits auf mehr als fünf Millionen Kurznachrichten abgebildet.

APA/AFP

stol