Montag, 21. Mai 2018

Jeden Tag schwer ums Herz: Ein Jahr nach dem Manchester-Anschlag

Der Anschlag am 22. Mai 2017 in der nahen Manchester Arena auf die Besucher eines Konzerts des Teenie-Stars Ariana Grande macht auch heute noch viele Menschen fassungslos. Insgesamt 23 Menschen starben und Hunderte wurden verletzt oder traumatisiert, als der Attentäter seine selbstgebaute Bombe zündete.

Die Bestürzung nach dem Anschlag  war groß.
Die Bestürzung nach dem Anschlag war groß. - Foto: © APA/AFP

Viele der Opfer waren Jugendliche, das jüngste wurde gerade einmal 8 Jahre alt. Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) reklamierte den Anschlag für sich. Der Attentäter Salman Abedi war ein Brite libyscher Herkunft. Das Warum kann er nicht mehr beantworten. Auch er starb bei dem Anschlag.

Grande bezeichnet den Anschlag als das „absolut Schlimmste“ was Menschen hervorbringen könnten. „Ich denke, das ist der Grund, weshalb mir noch immer jeden einzelnen Tag schwer ums Herz ist“, sagt sie dem „Time“-Magazin.

Landesweite Schweigeminute

Zum Jahrestag des Anschlags von Manchester am Dienstag soll eine landesweite Schweigeminute abgehalten werden. Premierministerin Theresa May und Prinz William nehmen an einem Gedenkgottesdienst in der Kathedrale von Manchester teil.

Die Regierungschefin muss sich quälenden Fragen stellen. Hätte der Anschlag verhindert werden können, wenn die Polizei besser aufgestellt gewesen wäre? Salman Abedi war kein Unbekannter. May war als Innenministerin verantwortlich für beispiellose Einsparungen bei der Polizei.

Kritik auch an der Feuerwehr

Kritik gab es auch an der Feuerwehr. Sie war erst 2 Stunden nach dem Anschlag in der Manchester-Arena vor Ort. Die Verantwortlichen befürchteten, weitere Attentäter könnten sich in der Konzerthalle aufhalten.

Spezialisierte Einsatzteams kamen nie zum Einsatz. Stattdessen wurden Opfer von Arena-Mitarbeitern auf Werbetafeln transportiert. Hotlines für Betroffene, die der Mobilfunkbetreiber Vodafone einrichten sollte, waren nicht erreichbar.

Das Benefizkonzert bleibt unvergessen

Unvergessen bleibt vor allem das Gemeinschaftsgefühl bei einem Benefizkonzert für die Betroffenen knapp 2 Wochen nach dem Anschlag. Stars wie Robbie Williams, Justin Bieber und Miley Cyrus und Oasis-Sänger Liam Gallagher traten auf.

„Wenn so etwas in deiner Heimatstadt passiert, willst du das einfach nicht wahrhaben“, erzählt eine Studentin. Jeder verarbeitet die Ereignisse anders und auch die Eindrücke gehen auseinander. Die meisten empfinden es so, dass die Stadt sehr langsam zur Normalität zurückkehrt. Touristen blieben während des vergangenen Jahres der Stadt eher fern.

Die Menschen in Manchester lassen sich von der Angst vor dem Terror nicht unterkriegen. Am Abend des Jahrestags werden Tausende Mitglieder örtlicher Chöre zu einem Konzert unter dem Titel „Manchester together – There is a light“ (Manchester vereint – es gibt ein Licht) auf dem Albert Square in der Stadt erwartet.

apa/dpa

stol