„Wir wollen zusätzliche Tagesheimangebote für Grundschulkinder schaffen, insbesondere dort, wo Familien derzeit kein ausreichend passendes Nachmittagsangebot vorfinden. Dabei geht es nicht nur um Betreuung, sondern um ein qualitativ hochwertiges Umfeld, das Kinder in ihrer Entwicklung fördert, soziale Kompetenzen stärkt und Gemeinschaft ermöglicht. Mit Pilotprojekten wollen wir zunächst Erfahrungen sammeln und auf dieser Grundlage über die weitere Entwicklung solcher Angebote entscheiden“, erklärt Achammer. <BR /><BR />Neue Gebäudestrukturen will man dafür nicht schaffen, vielmehr laufen bereits Gespräche sowohl mit der Arbeitsgemeinschaft Südtiroler Schülerheime als auch mit potenziellen Trägern vor Ort wie z. B. dem Antonianum in Bozen. <BR /><BR />In zwei Heime im städtischen Bereich (mindestens eines davon in Bozen) sollen nachmittags – auch mit zusätzlichem Personal mit Erfahrung mit Kindern im Grundschulalter – spezielle Betreuungsstrukturen untergebracht werden. <BR /><BR /><BR /><BR />Das Ziel: Ein „verlässliches, qualitativ hochwertiges Nachmittags- und Betreuungsumfeld bieten, das über reine Hausaufgabenhilfe hinausgeht und gezielt soziale Kompetenzen, Selbstständigkeit sowie Gemeinschaftssinn fördert“. <BR /><BR />„Die grundsätzlichen rechtlichen Voraussetzungen für die Finanzierung solcher Strukturen sind gegeben, das ist bereits geprüft“, betont Achammer. Allerdings wird es wohl eine gesetzliche Abänderung geben müssen, um die Tarife möglichst niedrig zu halten. „Ganz gratis werden wir es nicht anbieten können“, sagt der Landesrat.<BR /><BR /> Zunächst dürften die beiden Pilotprojekte mit jeweils rund 20 Plätzen starten. Und wer hat Zugang? „Kinder aus sozial herausfordernden Situationen. Die EEVE (Einheitliche Einkommens- und Vermögenserklärung) könnte eine Rolle spielen. Wir wollen aber auch eine enge Zusammenarbeit mit Schulen und Sozialdiensten, um genau die Familien ansprechen zu können, die Unterstützung brauchen“, erklärt Achammer. Allerdings ist Achammer auch wichtig, dass die Projekte inklusiven Charakter haben müssen. Weder dürften die Kinder durch den Besuch der Einrichtung eine Stigmatisierung erfahren, noch dürfe daraus ein „Migrantenheim“ werden. „Die Gründe für herausfordernde Situationen in Familien sind vielfältig und sie betreffen einheimische wie zugewanderte Familien. Man denke nur an Alleinerziehende, die zeitlich und finanziell vor großen Herausforderungen stehen“, erklärt Achammer. <BR />Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt sollen dann als Grundlage für die weitere Entwicklung des Angebots dienen. „Fällt die Evaluierung positiv aus und werden die angestrebten Ziele erreicht, können die bestehenden Richtlinien entsprechend weiterentwickelt beziehungsweise angepasst werden“, stellt er in Aussicht. <BR /><BR />Die Tagesheime für Grundschulkinder sind ein Baustein im Maßnahmenkatalog, mit dem Achammer möglichst präventiv auf die zunehmenden Herausforderungen in der Schule reagieren will. Ebenfalls im kommenden Jahr sollen daher die Sozialpädagogik im Kindergarten sowie die frühe Leseförderung gestärkt werden und ein Lesementoren-Programm starten.