„Ich werfe unserer Zeit vor, dass sie starke und zu allem Guten begabte Geister zurückstößt, nur weil es sich um Frauen handelt“, schrieb die spanische Karmelitin und Mystikerin Teresa von Ávila vor 500 Jahren. „Viel hat sich seitdem nicht getan“, kommentiert Christine Vieider (59).<BR /><BR /> Das Zitat hat sie kurz vor dem Termin mit der „Südtiroler Frau“ aufgeschrieben. Als Promemoria, aber auch als Ausgangspunkt für ein kritisches Gespräch über das Frausein in der Kirche – damals wie heute. Mit einem wesentlichen Unterschied: „Mittlerweile stehen nicht mehr die Frauen unter Druck. Nicht wir müssen erklären, warum wir mehr Beteiligung fordern. Jetzt ist die Kirche am Zug. Jetzt muss sie begründen, warum sie das noch immer nicht zulässt.“ <BR /><BR />Als eine Mischung aus Wut und Hoffnung beschreibt die Geschäftsführerin der Katholischen Frauenbewegung (kfb) ihr derzeitiges Empfinden. Wut, weil nichts weitergeht, obwohl die Frauenfrage längst als „die“ Überlebensfrage der katholischen Kirche gilt. Und Hoffnung, weil die Frauen endlich gelernt haben, nicht nur zu fragen, sondern zu handeln. Nur so, nur von unten – davon sei sie überzeugt – ließen sich Veränderungen forcieren.<BR /><BR />In der Ausgabe vom 29. Oktober veröffentlicht die Zeitschrift „Die Südtiroler Frau“ ein Porträt von Christine Vieider.<BR /><BR /><b>Weitere Themen im Heft</b><BR /><BR />Nach dem Suizid ihres Sohnes richten Federico und Herta Lavoriero einen Appell an alle Eltern; Michaela Moser, „Zett“-Miss Südtirol 2011, hat sich zur Farb- und Stilberaterin ausbilden lassen – ihre Tipps; Bäuerin Martina Maria Irsara zeigt, wie man Grabschmuck selbst basteln kann; Herbstmärkte haben in Südtirol Tradition.<BR />