Freitag, 11. November 2016

Jetzt sprach auch Renzi mit Trump: Die Worte des Premiers

Am einen Ende der Leitung Matteo Renzi, am anderen Donald Trump. Der italienische Premier hat dem neuen amerikanischen Präsidenten in einem Telefongespräch zu seiner Wahl gratuliert.

Matteo Renzi möchte mit den USA zusammenarbeiten. Die Wahl Trumps tut dieser Auffassung keinen Abbruch.
Matteo Renzi möchte mit den USA zusammenarbeiten. Die Wahl Trumps tut dieser Auffassung keinen Abbruch. - Foto: © LaPresse

Renzi habe in dem Gespräch zwei Dinge besonders hervorgehoben, schreiben italienische Medien am Freitag: Zum einen, dass die Allianz zwischen Italien und den USA von strategischer Bedeutung sei. Zum anderen, den Willen auf Zusammenarbeit, besonders hinsichtlich der G7-Präsidentschaft, die Italien das kommende Jahr übernehmen wird. Die G7 ist ein Zusammenschluss der größten Industrienationen der westlichen Welt, Italien und USA sind in der Gruppe vertreten.

Renzi: Das Verfassungsreferendum wird anders ausgehen

Renzi hatte in einer ersten Reaktion auf den Sieg Donald Trumps bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen klargestellt, dass er keine negativen Auswirkungen auf sein Verfassungsreferendum am 4. Dezember befürchte (STOL hat berichtet). Wie berichtet, will Renzi Italien eine neue Verfassung geben, um den Staat stabiler und funktionsfähiger zu machen. Über die Reform wird Italien am 4. Dezember abstimmen. Renzi hat seine politische Zukunft an das Ergebnis der Abstimmung geknüpft. Gewinnt das Nein, will er zurücktreten.

Aktuell verheißen die Umfragen nichts Gutes für Renzi: Diese legen nahe, dass das Nein siegen könnte. Renzi meinte kürzlich dazu: „In diesem Jahr 2016 haben Umfragen nie gestimmt. Ich hoffe, dass auch in Italien dieser Trend bestätigt wird.“ Und er betonte weiter: Die Volksbefragung werde für Italien anders als das EU-Austrittsreferendum in Großbritannien oder die US-Wahlen ausgehen.

Bisher keine Gespräche mit Merkel und Hollande

Die italienische Nachrichtenagentur Ansa beleuchtet das erste Gespräch zwischen Renzi und Trump aus einem zusätzlichen Blickwinkel: Trumps Horizont reiche, was Europa anbelange, bisher kaum ans Festland heran. In den ersten Tagen nach seiner Wahl habe er sich, nun abgesehen vom Gespräch mit Premier Renzi, lediglich mit Theresa May, der britischen Premierministerin, und Enda Kenny, Premierminister von Irland, verständigt.

Mit weiteren Spitzenpolitikern Europas – allen voran der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Francois Hollande – bisher Funkstille. Merkel hatte in einer ersten Reaktion auf die Wahl Trumps eine „enge Zusammenarbeit“ angeboten. Allerdings auf der Basis gemeinsamer Werte, wie sie betonte.

stol

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