Sonntag, 18. Dezember 2016

Jordanien: 7 Tote bei Angriffsserie

Bei einer Serie bewaffneter Angriffe im Süden Jordaniens sind sieben Menschen getötet worden, darunter eine kanadische Touristin.

Foto: © APA/AP

Wie die Sicherheitsbehörden mitteilten, griffen Bewaffnete am Sonntag in Karak mehrere Polizeipatrouillen sowie eine Polizeiwache an und töteten dabei vier Polizisten, zwei jordanische Zivilisten und eine Kanadierin.

Die Polizei umstellte eine Kreuzfahrer-Burg, in der sich die Angreifer verschanzten. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat.

Zuerst sei eine Polizeipatrouille beschossen worden, die zu einem Hausbrand gefahren war, zitierte die amtliche jordanische Nachrichtenagentur Petra aus einer Mitteilung der Behörden.

Die Angreifer, die sich in dem Haus aufhielten, hätten einen Polizisten verletzt und seien dann im Auto geflüchtet. Kurz darauf hätten bewaffnete Männer eine andere Patrouille angegriffen, jedoch niemanden verletzt.

Zur gleichen Zeit hatten sich den Angaben zufolge mehrere Bewaffnete in der Zitadelle von Karak, einer der größten Kreuzfahrer-Burgen der Region, verschanzt, das Feuer auf eine Polizeiwache eröffnet und mehrere Polizisten und Passanten verletzt. Die Verletzten seien ins Krankenhaus gebracht worden.

Der jordanische Regierungschef Hani al-Mulki sprach vor dem Parlament von zehn Bewaffneten. An dem Einsatz rund um die Zitadelle von Karak seien auch Spezialkräfte beteiligt.

In der konfliktreichen arabischen Welt gilt das Königreich Jordanien als eines der stabilsten Länder. Wegen zahlreicher Kulturdenkmäler zieht es auch viele ausländische Touristen an. Tödliche Konflikte und Anschläge sind vergleichsweise selten. Zu einem tödlichen Anschlag auf das Militär bekannte sich im Juni allerdings die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS).

Jordanische Sicherheitskräfte gehen hart gegen Sympathisanten des IS vor. Jordanien ist an der US-geführten Militärkoalition gegen die Jihadisten in Syrien und im Irak beteiligt.

apa/afp/dpa

stol