Als der frühere Bauer vom Stöckelehof in Sarnthein 1976 tödlich verunglückte, lebten seine Frau und seine Kinder schon länger nicht mehr bei ihm. Josef Brugger hatte ein Alkoholproblem. „Und meine Mutter Existenzängste“, sagt Josefa Romy Brugger. Zu klein der Hof, zu gering das Einkommen, zu unzuverlässig der Mann. Christine Obertegger Brugger war schwanger, als sie mit ihren 3 Kindern auszog.<BR /><BR />23 Jahre später hat die Tochter genau denselben Weg eingeschlagen, den bereits ihre Mutter gegangen war. Anders als bei ihren Eltern, bei denen es noch die Schuldfrage gab, war Josefa Romys Trennung relativ einfach. „Ich habe die Entscheidung getroffen und wusste, worauf ich mich einließ – auch finanziell.“ <BR /><BR />Damals wurde die zweifache Mutter auch erstmals auf die Plattform für Alleinerziehende aufmerksam, seit 2018 ist sie Präsidentin des Vereins. Die angebotenen Leistungen reichen von Gesprächsgruppen über Rechtsberatung und psychosoziale Unterstützung bis hin zu Weiterbildungen und Freizeitprogrammen. „Wir vermitteln zwischen Ex-Partnern ebenso wie zwischen öffentlichen Körperschaften und sehen uns als Bindeglied zur Politik. Wir helfen, wo wir können.“ <BR /><BR />Denn: Die grundsätzlich schwierige Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf ist für allein erziehende Frauen noch problematischer. Die Macht der Männer, finanziellen Druck auszuüben, noch konkreter. Das ohnehin schlechte Gewissen vieler Eltern, zu wenig Zeit mit ihren Kinder zu verbringen, noch akuter.<BR /><BR />Josefa Romy spricht aus Erfahrung. Ihre Entscheidung hat sie deshalb aber noch nie bereut. „Auch weil ich überzeugt bin, dass wir unseren Kindern ein gutes Vorbild sein müssen. Wenn wir auf uns selbst schauen, wenn wir uns weiterentwickeln, wenn wir uns wehren und wertschätzen, dann nehmen sie das mit – fürs Leben.“<BR /><BR />In der Ausgabe vom 15. April veröffentlicht die Zeitschrift „Die Südtiroler Frau“ ein Porträt von Josefa Romy Brugger.<BR /><BR /><b>Weitere Themen im Heft:</b> Gedanken von Bischof Ivo Muser zum heurigen Osterfest; ein Beitrag über die Tradition der „Ratschen“ in der Karwoche; ein Interview mit Donatella Califano, Vizepräsidentin des Beirates für Chancengleichheit; Hildegard Kreiter schreibt in ihrer Rubrik „Grün & Kraft“ über Giersch, ein, wie sie sagt, völlig unterschätztes Unkraut. <BR /><BR />