Montag, 16. November 2015

Journalist Nuzzi wird Vorladung im Vatikan keine Folge leisten

Der durch seine Veröffentlichung vertraulicher Dokumente der Kurie bekannt gewordene italienische Enthüllungsjournalist Gianluigi Nuzzi, der am Dienstag zu einer Vernehmung in den Vatikan geladen worden, wird nicht vor den vatikanischen Staatsanwälte erscheinen. Dies teilte Nuzzi am Montag mit.

Gianluigi Nuzzi will der Vorladung in den Vatikan keine Folge leisten.
Gianluigi Nuzzi will der Vorladung in den Vatikan keine Folge leisten. - Foto: © APA/AP

Im Vatikan sei weder Meinungs- noch Pressefreiheit garantiert. „Im Vatikan werden diejenigen bestraft, die sich um freie Berichterstattung bemühen“, kritisierte Nuzzi. Sollte der Vatikan die italienischen Justizbehörden auffordern, ihn zu vernehmen, werde er überlegen, ob er die Fragen beantworten werde.

Der Vatikan hatte am vergangenen Mittwoch bestätigt, dass er gegen Nuzzi und dessen Kollegen Emiliano Fittipaldi wegen des Verdachts der Veröffentlichung vertraulicher Dokumente ermittelt.

Beide hatten vor zehn Tagen getrennt voneinander Bücher veröffentlicht, in denen sie dem Vatikan unter anderem Veruntreuung von Spendengeldern vorwerfen. Sie stützen sich dabei auf Dokumente aus der Kurie, die ihnen zugespielt wurden.

Nuzzi hatte 2012 mit der Veröffentlichung vertraulicher Dokumente den damaligen „Vatileaks“-Skandal ausgelöst. Der Vatikan verfügt als souveräner Staat über eine eigene Justiz.

apa

stol