Sonntag, 27. August 2017

Journalisten beklagen Einschränkung der Meinungsfreiheit in Venezuela

Die venezolanische Regierung von Präsident Nicolas Maduro schränkt die Meinungsfreiheit weiter ein. Seit Jahresbeginn wurden fast 50 Redaktionen geschlossen.

Journalisten in Venezuela beklagen die Einschränkung der Meinungsfreiheit durch die Regierung von Präsident Maduro.
Journalisten in Venezuela beklagen die Einschränkung der Meinungsfreiheit durch die Regierung von Präsident Maduro. - Foto: © APA/AFP

Seit Jahresbeginn seien bereits 49 Redaktionen geschlossen worden, sagte Marco Ruiz, Chef der Journalistengewerkschaft SNTP, am Samstag. Die meisten davon seien Radiosender, aber auch Fernsehsender seien betroffen. 

In Caracas demonstrierten Journalisten gegen die Schließung der beiden populären Radiosender 92,9 FM und Magica 91,1 FM durch die staatliche Kommunikationsbehörde Conatel. Am Mittwoch hatte Conatel zudem die Schließung der Fernsehsender RCN und Caracol angeordnet.

Spanischer Ableger von„ CNN“abgeschaltet

Maduros Regierung verfolge eine „systematische Politik“, die freie Meinungsäußerung zu lähmen, beklagte Ruiz. Bereits im Februar hatte die venezolanische Regierung den spanischsprachigen Ableger des US-Nachrichtensenders„ CNN“ im Land abgeschaltet, weil dieser „Kriegspropaganda“ betreibe.

Machtkämpfe forderten bisher 125 Menschenleben

In Venezuela tobt seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen der linksnationalistischen Regierung und der Mitte-rechts-Opposition. Kritiker im In- und Ausland werfen der Regierung vor, die Demokratie in dem wirtschaftlich schwer gebeutelten Ölstaat abzuschaffen und eine Diktatur zu errichten. Mindestens 125 Menschen wurden bei den Unruhen seit Anfang April getötet.

apa/afp

stol