Freitag, 04. August 2017

Jugend Rettet fordert Rückgabe von Schiff „Iuventa“

Die deutsche NGO Jugend Rettet hat bei der italienischen Justiz einen Antrag eingereicht, um das am Mittwoch beschlagnahmte Schiff „Iuventa“ zurückzuerhalten.

Jugend Rettet hat sein Schiff "Iuventa" zurückverlangt.
Jugend Rettet hat sein Schiff "Iuventa" zurückverlangt. - Foto: © APA/AFP

Der Antrag wurde von Leonardo Marino, Rechtsanwalt der Organisation, eingereicht, berichtete die Mailänder Tageszeitung „Il Giornale“.

Das Schiff wurde vom Hafen Lampedusa nach Trapani auf Sizilien gebracht. Hier soll es von den Ermittlern kontrolliert werden, die gegen Jugend Rettet wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung ermittelt.

Die italienische Regierung verschärft indes den Druck auf die im Mittelmeer aktiven Hilfsorganisationen, die den Verhaltenskodex für private Seenotretter nicht unterzeichnet haben. NGOs, die dem Verhaltenskatalog nicht zugestimmt haben, sollen nicht mehr in italienische Häfen einlaufen dürfen, lautet das Vorhaben des Innenministeriums. Bisher wurde das Dokument von Sea Eye, Moas, Save the Children und Proactiva Open Arms unterzeichnet.

Die Absichten der italienischen Regierung lösten empörte Reaktionen aus. „Schluss mit der Instrumentalisierung des Flüchtlingsdramas aus politischem Kalkül. Die wertvolle Arbeit der NGOs soll respektiert werden“, so der Parlamentarier des regierenden Partito Democratico (PD), Paolo Beni. Auch die Linkspartei Sinistra Italiana (SI) beklagte eine „Kriminalisierung“ der humanitären Organisationen durch Rechtsparteien wie Lega Nord und Forza Italia.

Der Präsident der italienischen Caritas und Erzbischof der sizilianischen Stadt Agrigent, Kardinal Francesco Montenegro, meinte, man dürfe NGOs nicht zwingen, Regeln zuzustimmen, die „nicht in allen Aspekten akzeptiert werden können“. Er hob die positiven Leistungen der NGOs im Mittelmeer hervor.

apa

stol