Samstag, 12. November 2016

Juncker rechnet mit „zwei verlorenen Jahren“ wegen Trump

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker rechnet angesichts der außenpolitischen Unerfahrenheit des künftigen US-Präsidenten Donald Trump mit „zwei verlorenen Jahren“ nach dessen Amtsantritt. „Ich denke, wir werden zwei verlorene Jahre haben, bis Herr Trump durch die Welt gereist ist, die er nicht kennt“, sagte Juncker am Freitag bei einer Diskussionsveranstaltung mit Jugendlichen in Luxemburg.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker glaubt man müsse Trump beibringen, nach welchen Prinzipien Europa funktioniert. - Archivbild
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker glaubt man müsse Trump beibringen, nach welchen Prinzipien Europa funktioniert. - Archivbild - Foto: © LaPresse

Auf die Frage, ob Trumps Wahl die Beziehungen zwischen den USA und Europa beeinflussen werde, sagte Juncker, die US-Bürger interessierten sich generell nicht für Europa.

„Das betrifft die politische Klasse ebenso wie das einfache Amerika, sie kennen Europa nicht“, fügte der Kommissionschef hinzu. Juncker erinnerte in dem Zusammenhang an die Aussage Trumps während eines Wahlkampf-Auftritts, Belgien sei eine „wunderschöne Stadt“.

Fragen mit "gefährlichen Konsequenzen"

„Wir müssen dem designierten Präsidenten beibringen, worauf Europa beruht und nach welchen Prinzipien Europa funktioniert“, sagte Juncker. Trump stelle Fragen mit „gefährlichen Konsequenzen, weil er die NATO infrage stellt und damit das Modell, auf dem die Verteidigung in Europa basiert“.

Trumps überraschender Sieg bei der US-Präsidentschaftswahl am Dienstag hat die Befürchtung geweckt, dass die USA ihr militärisches Engagement in Europa und der Welt verringern könnten. Der US-Milliardär hatte während des Wahlkampfes auch die Beistandsgarantie innerhalb der NATO für die Länder infrage gestellt, die nicht genug in Militär und Rüstung investieren.

apa/afp

stol