Donnerstag, 04. Mai 2017

Junge Europäer glauben nicht mehr an Demokratie

Für die überwiegende Mehrheit der jungen Europäer ist die EU heutzutage vor allem ein Wirtschafts-Bündnis und weniger eine Wertegemeinschaft. Auch dem Konzept der Demokratie stehen sie skeptisch gegenüber.

Junge Europäer glauben nicht mehr an Demokratie
Junge Europäer glauben nicht mehr an Demokratie

In einer am Donnerstag vorgestellten Umfrage der Tui-Stiftung von 16- bis 26-Jährigen in sieben europäischen Staaten gaben 76 Prozent der Befragten an, die Union sei für sie in ihrem Kern ein Wirtschaftsbündnis.

Nur 30 Prozent der 6.000 vom Meinungsforschungsinstitut YouGov befragten Teilnehmer in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Großbritannien, Polen und Griechenland sahen in der EU auch ein Bündnis mit gemeinsamen kulturellen Werten.

Demokratieskepsis ebenfalls stark verbreitet

Nur die Hälfte der jungen Befragten betrachtet die Demokratie als die beste Staatsform, in Italien sind es 45 Prozent. Mehr als jeder dritte Befragte (38 Prozent) wünscht sich außerdem, dass die EU wieder Macht an nationale Regierungen abgibt.

Für einen Austritt ihrer Länder aus der EU sprechen sich trotzdem aber nur ein Fünftel (21 Prozent) aus.

Der von der Stiftung hinzugezogene Experte Marcus Spittler vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung warnte davor, die Ergebnisse der Studie für eine „generelle Jugendschelte“ zu nutzen. Prinzipiell unterstützten junge Erwachsene die „europäische Idee“, sie hinterfragten aber „spezifische Politiken und institutionelle Arrangements“.

„Ihre Zufriedenheit mit der EU ist begrenzt, sie basiert auf keinem gemeinsamen Wertegerüst“, erklärte der Wissenschafter.

 apa/afp

stol