Sandra Martinez (49), eigentlich in Dubai ansässig, lässt sich mit „Ihre königliche und kaiserliche Hoheit“ ansprechen (und schreibt den Titel „Her Royal and Imperial Highness“ auch aufs Klingelschild), lebt ein fürstliches Leben im sprichwörtlichen Saus und Braus, feiert mondäne Partys mit der High Society Roms. Und sie besitzt einen Fuhrpark, der aus Ferraris und Bentleys besteht. Genau diese Luxusautos haben nun die Scheinwelt der „Kaiserin“ einstürzen lassen und die Naivität der Hautevolee entlarvt.<h3> Roms Hautevolee lässt sich blenden</h3>Aber der Reihe nach. Wie die Zeitung „La Repubblica“ berichtet, kam Sandra Martinez vor einigen Jahren nach Rom und fiel mit ihrer besonderen Eleganz sofort in den Kreisen der römischen Oberschicht auf. Sie war eng mit der vor wenigen Monaten gestorbenen Königin der römischen Salons, Guya Sospisio, befreundet. <BR /><BR />Von dieser hatte sie eine Dependance deren Villa im römischen Nobelviertel Trastevere gemietet. Dort organisierte Sandra Partys, an denen Politiker, Unternehmer, Kardinäle und zahlreiche weitere Prominente teilnahmen. Laut „La Repubblica“ prahlte die Deutsche damit, die Kaiserin des Hauses Glodeni („Imperial House of Glodeni“) zu sein, das seinen Sitz laut eigenen Angaben in Beirut hat und im vergangenen Februar im Libanon registriert worden ist. Die entsprechenden Dokumente zeigte sie auf ihrem Facebook-Profil. <h3> Ein Zufall bringt alles ans Licht</h3>Doch dann, Anfang vergangenen März, stürzte in Trastevere eine Mauer ein und begrub mehrere Pkw unter sich. Darunter auch den Ferrari California (Neupreis: ab 176.200 Euro) der angeblichen „Kaiserin“. Bei der Überprüfung der ramponierten Autos stellten die Sicherheitsbehörden Ungereimtheiten am Ferrari fest. So war das österreichische Kennzeichen des Autos abgelaufen, es war nicht zugelassen und nicht versichert. <BR /><BR />Nun drehte sich das Rad weiter, und die weiteren Ermittlungen zeigten, dass auch mit dem Bentley Continental Cabrio (Neupreis: ab 330.630 Euro) etwas nicht stimmte. Zwar hatte dieser ein deutsches Nummernschild, dieses gehörte jedoch zu einem Lkw in Deutschland. <h3> 600 nicht bezahlte Strafzettel</h3>Und da war noch etwas: Laut „La Repubblica“ soll die „Kaiserin“ mit ihren Fahrzeugen innerhalb weniger Monate mehr als 600 Bußgelder kassiert haben – viele davon wegen unbefugten Zugangs zur „Zona traffico limitato“ (ZTL), in die ausschließlich Fahrzeuge mit einer Sondergenehmigung einfahren dürfen. Martinez hatte all die Bußgelder nicht bezahlt. <BR /><BR />Dies führte nun zur Anzeige, zur Beschlagnahme der Luxusautos und zusätzlich zur Anzeige wegen Verdachts auf Urkundenfälschung und schweren Betrug. Für die „Kaiserin“ kann es also noch schlimm kommen. Die Strafen könnten sich auf über 100.000 Euro belaufen.