<b>Von Petra Schwienbacher</b><BR /><BR />Eines vorweg: Kaninchen sind sehr reinliche Tiere und müssen bzw. sollten nie ohne medizinischen Grund gebadet werden. Ein Bad ist sogar kontraproduktiv, denn als Fluchttiere stehen Kleintiere beim Baden unter enormem Stress. Manche können dadurch sogar einen Schock erleiden. Zudem kann das Fell durchs Waschen verfilzen, wodurch Wasser und Urin schneller auf die Haut gelangen können. <BR /><BR />Wer seine Kaninchen häufig badet, entfernt die natürliche Ölschicht der Haut, was diese austrocknet und Juckreiz begünstigt. Zu häufiges Waschen kann außerdem zu Hautentzündungen führen. In der Regel reicht es, verschmutzte Stellen im Fell herauszubürsten. <BR /><BR />Alternativ verwendet man zum Reinigen Baby-Feuchttücher (ohne Duftstoffe). Selbst bei Durchfall reicht es meistens, wenn man das Hinterteil des Kaninchens vorsichtig mit einem feuchten Tuch reinigt.<BR /><BR />Nun gibt es Situationen, in denen man um ein Bad nicht herumkommt, beispielsweise wenn ein Tier unter Blasengrieß leidet oder der After stark verschmutzt ist. <h3> So stressfrei wie möglich</h3>Wenn ein Bad unabdingbar ist, sollte man dabei so ruhig wie möglich vorgehen. Am besten setzt man sein Kaninchen mit dem Hinterteil in eine Schüssel mit warmem Wasser und etwas Kindershampoo. <BR /><BR />Die Schüssel steht dabei auf dem Boden, nicht auf einem Tisch. Damit das Tier nicht herumrutscht, kann man vorher ein kleines Handtuch hineinlegen. Dann hält man es so lange fest, bis eventuelle Verkrustungen eingeweicht sind. Danach reinigt man die verschmutzten Stellen behutsam.<BR /><BR />Wichtig: Nach dem Abtrocknen mit einem Tuch muss man das Fell noch lauwarm richtig trocken föhnen und dann ausbürsten. Nur ein trockenes, gut gepflegtes und nicht verfilztes Fell schützt die Haut vor Kot und Urin. Im Zoofachhandel gibt es spezielle Kaninchenbürsten.<BR /><BR />Bei Langhaarkaninchen sollte man das Fell im Sommer unbedingt ausdünnen und kürzen, damit kein Kot hängen bleibt, was oftmals leider zu Fliegenmadenbefall führt.<BR /><BR />Ist ein Tier häufig verschmutzt, sollte man die Ursache tierärztlich abklären lassen, damit eine Erkrankung ausgeschlossen werden kann.<h3> Abkühlung an heißen Tagen</h3>Kaninchen können nicht schwitzen. Was sollte man also aktiv tun, um den hitzeempfindlichen Tieren im Hochsommer etwas Gutes zu tun? An erster Stelle stehen ausreichend frisches Wasser und viel Frischfutter (Gras, Salate, …). Das hilft bereits, damit die Tiere die Hitze besser vertragen. Gurken sind besonders wasserhaltig und können gut verfüttert werden. Wassermelone ebenfalls – aber in Maßen.<BR /><BR />Im Freigehege sorgen kleine Erdbauten oder große Fliesen im Schatten für Abkühlung. Natürlicher Schatten durch Bäume und Sträucher ist immer der beste Schutz. Hier ist zu beachten, dass die Sonne wandert! Ist zu einer Tageszeit kein Teil des Geheges beschattet, muss man also für künstliche Schattenplätze sorgen. <BR /><BR />In einem Bereich mit Erde kann man den Boden etwas bewässern, dann können sich die Tiere eine Mulde buddeln und sich darin abkühlen. Alternativ einfach eine kleine Wanne mit feuchter Erde füllen. Wichtig: Darauf achten, dass das Gehege stets sauber ist – auch der Auslaufbereich im Garten.<BR /><BR />Im Innengehege kann man feuchte Handtücher aufhängen oder in Handtücher gewickelte Kühlakkus hineinlegen. Wer keine Kühlpads zu Hause hat, nimmt eine Plastikflasche, befüllt sie zu etwa zwei Dritteln mit Wasser, friert sie ein und wickelt sie in ein Handtuch. <BR /><BR />Auch drinnen kann man kühle Fliesen anbieten oder einen Kühlakku unter einen umgedrehten Tontopfuntersetzer oder ein altes tiefes Backblech legen und darauf ein Tuch platzieren. Dann können die Kaninchen darauf kühl liegen. <BR /><BR />Früh morgens und abends sollte man lüften und die Fenster tagsüber geschlossen halten. Wenn es draußen sehr heiß ist, sollte man die Rollläden tagsüber schließen.<BR /><BR />Zugluft durch offene Fenster oder Ventilatoren unbedingt vermeiden. Das kann nämlich zu Augenentzündungen führen. Ebenso müssen sonnige Standorte für den Käfig vermieden werden. Vor allem der Balkon ist jetzt tabu. Dort staut sich schnell die Hitze – das kann schnell lebensbedrohlich werden.<BR /><BR /><embed id="dtext86-75546322_listbox" />