Montag, 06. Februar 2017

Kanzleramt: Merkel nun doch gemeinsame Kandidatin

Die Spitzen der beiden Unionsparteien haben nach langem Zögern auf CSU-Seite Angela Merkel zur gemeinsamen Kanzlerkandidatin für die deutsche Bundestagswahl im September erklärt. Es habe „einhellige Unterstützung beider Präsidien für ihre Kandidatur gegeben“, verlautete am Montag aus München.

Nun ist es offiziell mit der Zustimmung beider Parteien: Angela Merkel ist gemeinsame Kanzlerkandidatin von CDU und CSU.
Nun ist es offiziell mit der Zustimmung beider Parteien: Angela Merkel ist gemeinsame Kanzlerkandidatin von CDU und CSU. - Foto: © LaPresse

CSU-Chef Horst Seehofer, der bis vor gut einer Woche die Unterstützung der Christsozialen für Merkels Kanzlerkandidatur offen gelassen hatte, bekundete nun ebenfalls die Unterstützung seiner Partei für Merkel. Die CDU hatte Merkel bereits Ende vergangenen Jahres zu ihrer Spitzenkandidatin erklärt.

Seehofer betonte vor Journalisten die gute Arbeitsatmosphäre zwischen CDU und CSU. Inhalte des gemeinsamen Wahlprogramms sollen nach Abschluss der Präsidiumssitzung von Merkel und Seehofer bekannt gegeben werden. Allerdings dürfte es sich dabei vor allem um die Grundzüge des Unionsprogramms handeln, ohne dass Details genannt werden dürften. 

Wie zuvor Merkel sagte auch Seehofer, CDU und CSU sollten sich auf ihre eigenen Stärken besinnen und nicht von der SPD und ihrem Kanzlerkandidaten Martin Schulz beeinflussen lassen. Natürlich müsse die politische Konkurrenz beobachtet werden, aber „die politische Konkurrenz dominiert jetzt nicht unser Handeln“.

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer Scheuer sagte im Bayerischen Rundfunk zu den hohen Zustimmungswerten für Schulz in Umfragen: „Man tut ja so, als könne Kandidat Schulz übers Wasser laufen“. Er habe bis dato aber noch keine einzige inhaltliche Aussage gemacht.

CDU-Generalsekretär Peter Tauber sagte im ARD-„Morgenmagazin“, seine Partei warte „mal gespannt“ ab, wann Schulz sich erstmals inhaltlich positionieren werde. Dann könne sich die CDU mit ihm auseinandersetzen – und „dann werden wir ihn stellen“.

apa/afp

stol