<b>Von Edith Runer</b><BR /><BR />Karin Verdorfer sagt es ohne Umschweife: „Mein Herz gehört der Schauspielerei.“ Und dieses Gefühl lebt sie mit jeder Faser. Ob als Heidi im gleichnamigen Kindertheater oder Janet in der „Rocky Horror Picture Show“, als Wirtin im „Weißen Rössl“ oder gar als Heinrich Himmler in „Verkaufte Heimat“ – sie schlüpft kompromisslos in die unterschiedlichsten Rollen: „Es ist jedes Mal eine Herausforderung und jedes Mal ein Neubeginn. Das liebe ich an meinem Beruf.“ <BR /><BR />Bekannt und beliebt ist die 43-jährige Meranerin auch als Kabarettistin an der Seite von Thomas Hochkofler. Im Dezember gibt es bereits ein Wiedersehen mit „Irene“ und „Ginther“. Aktuell bringt sie das Publikum der Carambolage zum Lachen – als Judith in der bitterbösen Komödie „Nachtland“. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1224066_image" /></div> <h3> „Bei mir muss es zackzack gehen“</h3>Karin Verdorfer ist ein richtiger Wirbelwind. Ihr Temperament lässt sie selten stillsitzen oder gar still sein. „Das ist auf der Bühne vielleicht ein Vorteil, im Privatleben nicht immer“, räumt sie augenzwinkernd ein. Andererseits lässt ihr dieser quirlige Lebensrhythmus – „bei mir muss alles zackzack gehen“ – noch ein wenig Platz für Auszeiten, und die verbringt sie möglichst draußen.<BR /><BR /> „Gerade die Berge und die Natur sind ein ausschlaggebender Grund dafür, warum ich nach Südtirol zurückgekehrt bin.“ Denn rein beruflich hätte die Schauspielerin in Österreich weitaus bessere Bedingungen vorgefunden, angefangen von der Bezahlung über die Versicherung bis zur Bürokratie. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1224069_image" /></div> <BR />Die Lebensqualität sei hier für ein „Landei“, wie sie sich selbst nennt, aber um ein Vielfaches höher. „Wo sonst kann ich praktisch vor der Haustür auf Skitour gehen oder in den Lift steigen, wandern, klettern oder E-Biken?“<h3> „Die Natur ist mein Spielplatz“</h3>So vielseitig wie auf der Bühne ist Karin Verdorfer auch in der Freizeit. Insbesondere das Skitourengehen hat sie wie ein Virus erfasst. „Auf unverspurten Hängen fühle ich mich frei wie ein Kind, und die Natur ist mein Spielplatz.“<BR /><BR /><embed id="dtext86-71804824_listbox" /><BR /><BR />Es gab Tage, da brach sie morgens um fünf zu einer Tour auf, eilte gleich nach der Rückkehr ins Theater und stand bis spät abends auf der Bühne. Heute, als Mutter eines vierjährigen Sohnes, sind solche Mammutprogramme passé – und auch nicht mehr erstrebenswert. Die begeisterte Mama freut sich vielmehr darüber, dass der kleine Mattia bereits Spaß auf den Skipisten hat.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1224072_image" /></div> <BR />Über ihren Mann Giorgio hat sie außerdem das Klettern entdeckt. „Die volle Konzentration auf den nächsten Griff zwingt mich zum Loslassen“, sagt sie. Zwar treten die beiden als Eltern nun kürzer, doch kleine Klettersteige meistern sie bereits mit Mattia.<BR /><BR /> Gemeinsam praktizieren sie auch, was man heute trendig „Bike & Hike“ nennt: mit dem E-Bike und dem Söhnchen im Kindersitz bis ans Ende des Forstwegs, dann zu Fuß weiter auf den Gipfel. „So ist der Bewegungsdrang bei allen gestillt.“ <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1224075_image" /></div> <BR />Na ja – fast bei allen. Denn oft zieht es Karin danach noch in den Gemüsegarten, den sie mit Hingabe pflegt. „Im Sommer gibt es bei uns ausschließlich eigenes Gemüse“, betont sie – und in ihrer Stimme schwingt leiser Stolz mit.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1224078_image" /></div> <h3> „Yoga bringt mir Achtsamkeit“</h3>Es gibt aber doch etwas, das Karin Verdorfer zur Ruhe kommen lässt: Yoga. Was sie daran fasziniert? „Vor allem das, was ich im Alltag nicht so gut hinkriege: die Achtsamkeit, also die Konzentration auf das Atmen und auf das Spüren, was der Körper braucht – statt ihn einfach nur ständig zu fordern.“<BR /><BR />Und dann wäre da noch eine Leidenschaft, ganz ohne Adrenalin, die sie aber nur selten auskosten kann: das Lesen. Zwischen Theatertexten bleibt leider kaum Platz für Romane – „zugegeben, oft auch seichte“.<BR /><BR /> Doch in den Ferien verschlingt sie ein Buch nach dem anderen. Ganz typisch Karin Verdorfer: Wenn sie in eine Rolle eintaucht, dann mit ganzem Herzen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1224081_image" /></div> <BR /><embed id="dtext86-71804567_listbox" />