Dienstag, 30. Juli 2019

Karneid: Eintauchen in die Welt der Bienen

Das Leben der Bienen steht im Mittelpunkt des Lehrbienenstandes Karneid. Am heutigen Sonntagvormittag hat der Imkerverein Karneid die neue Einrichtung im Gampermoos zwischen Steinegg und Gummer feierlich eröffnet.

Sponsoren, Ehrengäste und Projektbegleiter erhielten ein Bienenhotel als Dankeschön.
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Sponsoren, Ehrengäste und Projektbegleiter erhielten ein Bienenhotel als Dankeschön.

Das Bienensterben, seine Ursachen und seine Bekämpfung ist ein aktuelles Thema – auch in Südtirol. Der neue Lehrbienenstand Karneid will daher Kinder, Familien und Erwachsene über die Bedeutung der Biene für die Artenvielfalt und die Landwirtschaft aufklären, für den Schutz der Insekten und ihres Lebensraumes sensibilisieren sowie die wertvolle Arbeit der Imker veranschaulichen.

„Im Lehrbienenstand und im BienenWald erfahren unsere Besucher, warum wir die Bienen brauchen und wie die Bienen leben“, erklärte der Karneider Imkerobmann Siegfried Lantschner bei der heutigen Eröffnungsfeier. „Hier können sie eintauchen in die Welt der Bienen.“

Treffpunkt für kleine und große Bienenfreunde

Initiator Albin Kofler ging nach einer Heiligen Messe mit Pater Josef Hollweck auf die Projektgeschichte ein. „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben”, zitierte der Karneider Vizebürgermeister und Präsident der Bezirksgemeinschaft Salten Schlern den deutschen Physiker Albert Einstein.

„Unser Projekt umfasst einen Lehrbienenstand, einen Rundweg und ein didaktisches Arbeitsheft für Kinder zum Thema Bienen“, gab Kofler einen Überblick. In Zukunft sollen noch weitere Themen wie Kräuter und Gewürze mit einbezogen werden. „Ich wünsche mir, dass der Lehrbienenstand zu einem Treffpunkt für kleine und große Bienenfreunde wird“, so Kofler.

Keine Bienen mehr – keine Menschen mehr

„Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr“, vervollständigte Waldpädagoge in seinem Kurzreferat das Zitat von Albert Einstein.

Kirchmaier ging darauf ein, dass der Kreislauf der Natur aufrecht erhalten werden könne. „Südtirol ist ein gelobtes Land für die Bienen“, so Kirchmaier, der an der Gestaltung des naturbelassenen Weges rund um den Lehrbienenstand wesentlich mitgearbeitet hatte, „ein ideales Umfeld, das erhalten werden muss.“

Biene Sabine und ihre Welt

Journalistin Maria Pichler stellte das didaktische Arbeitsheft „Biene Sabine und ihre Welt“ für Kindergärten und Schulen vor. In dem Büchlein – herausgegeben von der Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern – finden sich erklärende Seiten, Detailbeschriftungen, Boxen für Expertenwissen und eine Vielzahl von Rätseln. „Nicht jedes Kind hat einen Opa, der es mit in den Bienenstand nehmen kann“, erinnerte sich die Autorin bei ihrer kurzen Buchvorstellung an die eigene Kindheit. „Diese Rolle werdet in Zukunft ihr, liebe Karneider Imkerinnen und Imker, wahrnehmen. Dafür wünsche ich euch viel Freude und Begeisterung.“

Bürgermeisterin Martina Lantschner wünschte, dass der Lehrbienenstand Karneid dazu beitrage, das Wissen um die Biene, die Natur und die Gesundheit zu verbreiten. Landesrat Arnold Schuler ging ebenfalls auf „das bekanntestes und beliebteste Insekt“ ein.

„Dank der fleißigen Arbeit der Imker ist die Honigbiene alles andere als bedroht“, so Schuler. Es ist aber wichtig, dass nicht nur die Imker Bescheid wissen, sondern auch die Gesellschaft und vor allem die Kinder. Der Obmann des Südtiroler Imkerbundes Engelbert Pohl überreichte den Karneider Imkern eine Bienenkönigin für ihren Lehrbienenstand. „Nicht nur die Bienen sind wichtig“, betonte Pohl,  „denn ohne Imker hätten es die Bienen schwer.“

Im Anschluss an die offizielle Feier konnten die Teilnehmer den neuen Lehrbienenstand Karneid mit seinen fünf Bienenvölkern besichtigen. Waldpädagoge Georg Kirchmaier führte in den BienenWald, ein Bienenfest sorgte für kurzweilige Unterhaltung. Zukünftig werden in den Sommermonaten einmal wöchentlich Führungen in deutscher und italienischer Sprache unter der Leitung des Waldpädagogen Georg Kirchmaier angeboten.

stol