Montag, 02. Oktober 2017

Katalonien-Referendum: Mattarella besorgt

Italiens Präsident Sergio Mattarella hat sich angesichts der Entwicklungen in Spanien rund um das Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien besorgt gezeigt.

Sergio Mattarella steht dem Referendum in Katalonien skeptisch gegenüber.
Sergio Mattarella steht dem Referendum in Katalonien skeptisch gegenüber. - Foto: © LaPresse

„Wir haben wieder einmal festgestellt, dass sich positive Lösungen entfernen, wenn es zu Zusammenstößen und zu einer Radikalisierung der Positionen kommt“, sagte Mattarella am Montag in Rom gegenüber Journalisten.

„In solchen Fällen wird es schwieriger, Haltungen einzunehmen, die den Dialog und positive Lösungen fördern können“, so Mattarella.

Der Präsident der norditalienischen Region Lombardei, Roberto Maroni, bezeichnete die katalanische Sezession als unabwendbar. „Das ist das Ende Spaniens. Ich bin überzeugt, dass die erschütternden Ereignisse vom Sonntag das Ende der spanischen Einheit bedeuten werden. Madrid hat den Zusammenstoß gesucht, nicht Katalonien“, so der Spitzenpolitiker der föderalistisch orientierten Partei Lega Nord im Interview mit der italienischen Tageszeitung „Quotidiano Nazionale“ am Montag.

Maroni, Ex-Innenminister in der Regierung Berlusconi (2008-2011), ist der Initiator einer Autonomie-Volksbefragung in der Lombardei und in Venetien am 22. Oktober. „Unser Referendum ist nicht mit dem katalanischen vergleichbar. Bei uns geht es um Autonomie, nicht um Unabhängigkeit. Ich hoffe, dass die Ereignisse in Barcelona die Debatte über autonomistische Bestrebungen fördern wird“, so Maroni.

„Ich kenne den katalanischen Gouverneur als eine Person, der die Regeln respektiert. Wenn er der Meinung war, dass man das Referendum machen konnte, denke ich, dass die Bedingungen dafür vorhanden waren“, so Maroni.

apa

stol