Seit 15 Jahren dienen Großbritanniens Regierungschefs mit – manche sagen: unter – Kater Larry. Längst gilt der „Chief Mouser“, der „Oberste Mausefänger“, in London als „Premierminister der Herzen“. Am Wochenende feierte Larry sein Dienstjubiläum – am 15. Februar 2011 spazierte das Tier zum ersten Mal in seinen Amtssitz: 10, Downing Street. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1279431_image" /></div> <BR /><BR /> Es war Premier David Cameron, der den Kater damals aus dem Londoner Tierheim Battersea in seinen Amtssitz holte. Ziel: die Rattenplage einzudämmen. Vier Gegenkandidaten habe Larry auf dem Weg in die Downing Street hinter sich gelassen, wissen britische Medien zu berichten.<BR /><BR /> Es sei ein Beschäftigter namens David gewesen, dem es Larry besonders angetan habe, berichtete ein Bekannter des Regierungsmitarbeiters dem Sender Times Radio. Der Kater wurde demnach genommen, „weil er ruhig war und sich nicht darum scherte, ob er ausgewählt wurde oder nicht, im Gegensatz zu anderen bedürftigeren Katzen, die miauten und Aufmerksamkeit wollten“. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1279434_image" /></div> <BR /><BR />Gepriesen wurde das Tier damals für seinen Jagdinstinkt. Drei Mäuse habe er bereits erwischt, sagte Cameron wenige Monate nach Larrys Amtsantritt der BBC. Doch bald kamen Zweifel am „Chief Mouser“ auf: Als bei einer Kabinettssitzung eine Maus durchs Zimmer lief, gab es sogar Rücktrittsforderungen. Cameron lehnte ab. 2016 zog der Regierungschef aus der Downing Street aus, Larry durfte bleiben. <h3> Vom Mäusejäger zum Liebling der Nation</h3>Tatsächlich entwickelte sich der Kater im Laufe der Jahre vom Mäusejäger zum Eroberer britischer Herzen. „Die Nation schickt ihm täglich Geschenke und Leckereien“, so die Regierung. Die Aufgabenliste des Katers wird mit britischem Humor beschrieben: „Larry verbringt seine Tage damit, Gäste im Haus zu begrüßen, die Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen und antike Möbel auf ihre Eignung für ein Nickerchen zu testen. Zu seinen täglichen Aufgaben gehört auch, über eine Lösung für das Problem der Mäuse im Haus nachzudenken...“ . In erster Linie aber vertreibt das Tier wartenden Journalisten die Zeit.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1279437_image" /></div> <BR /> Bekannt ist die Samtpfote auch für seine spontanen Auftritte bei Staatsbesuchen. Berichten zufolge zeigte er Sympathie für Barack Obama und brachte Wolodymyr Selenskyj bei einem Besuch in London sogar zum Lächeln. 2019 legte er sich unter die gepanzerte Limousine von Donald Trump und sorgte somit für eine kurzzeitige Unterbrechung des protokollgesteuerten Ablaufs.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1279440_image" /></div> <BR />Larry lebte in der Vergangenheit (manchmal etwas unbehaglich) mit anderen Haustieren zusammen, darunter Dilyn, Boris Johnsons Hund, oder Nova, Rishi Sunaks Labrador. Heute herrscht er in den Büroräumen, während die Katzen der Familie Starmer – Jojo und Prince – in den Privatwohnungen bleiben (müssen).<h3> Larry zeigte Liz Truss die kalte Schulter</h3>Keir Starmer ist bereits der sechste Premierminister, der mit Larry zusammenwohnt – und für alle Politiker galt ein gutes Verhältnis zu Larry als wichtig für die Außendarstellung. <BR /><BR />Cameron etwa ließ einst demonstrativ ein Foto veröffentlichen, das den Kater auf seinem Schoß zeigte – zuvor waren Gerüchte laut geworden, die beiden verstünden sich nicht. Larrys Verhältnis zu Liz Truss galt nie als besonders eng. <BR /><BR />Als sie beispielsweise den Kater öffentlichkeitswirksam auf der Türschwelle streicheln wollte, zeigte ihr das Tier die kalte Schulter. Larry-Beobachter wussten daher sehr schnell, dass Liz Truss' Amtszeit nicht von langer Dauer sein würde. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1279443_image" /></div> <BR /> Larry, der schätzungsweise 18 oder 19 Jahre alt ist, hat in den vergangenen Jahren zwar an Tempo verloren, patrouilliert aber weiterhin sein Revier und sitzt dabei oft auf einem beheizten Fensterbrett. <BR /><BR />Für manche Beobachter verkörpert er eine Form britischer „Soft Power“: überparteilich, unberechenbar und tief in der nationalen Kultur verwurzelt. Angesichts von Larrys hohem Alter bereitet sich die Regierung angeblich bereits darauf vor, wie sie der Bevölkerung einmal den Tod des beliebten Katers beibringen wird.