Die Rede ist von dem Projekt „Living Biographies“, das nun in der Bahnhofstraße in der neuen Galerie „Stazione uno“ einen Platz gefunden hat. Es lebt von den Menschen, die diesen neuen Raum füllen – dazu gehört auch Katharina (25), mit der die „Dolomiten“ bei der gestrigen Ausstellungseröffnung sprechen durften. Katharina stammt aus Gries und ist vom Down Syndrom (Trisomie 21) betroffen. Sie erzählt, dass sie ihre Mandalas ausstellt. Im unteren Stock sind sie zu bestaunen. Großflächig, bunt, akkurat ausgemalt und einfach schön zum Anschauen: So sind die Bilder, die sie erschafft. „Zur Entspannung“, wie sie selbst sagt. Sie ist eine aufgeschlossene junge Frau, die gern tanzt und durch regelmäßige Auftritte im Rahmen ihres Tanzkurses auch schon Bühnenerfahrung hat. „Deswegen ist es für mich auch nicht ungewohnt heute“, sagt sie über die Aufmerksamkeit, die ihr bei der Eröffnung zuteil wird. Sie arbeitet in der Landhausbar: „Ich bringe Kaffee, räume ab, wische die Tische und spüle ab“, berichtet sie. Am meisten gefällt es ihr zu spielen, beispielsweise Theater. Auf die Frage, was sie sich wünschen würde, sagt sie: „Dass mein Leben ok ist. Und jetzt ist es ok“, meint sie mit ihrem strahlenden Lächeln.<BR />Ihre Mutter, Astrid Tutzer Bregenzer erklärt, dass es ihnen immer wichtig gewesen sei, sich mit ihrer Tochter den Menschen gegenüber offen zu zeigen. „Dann haben sie weniger Berührungsängste oder Angst etwas Falsches zu sagen oder zu tun“, ist sie überzeugt. Heute gebe es im Verhältnis zu früher viel mehr Unterstützung, wenn man ein Kind mit Trisomie 21 zur Welt bringt. „Heute wird man bereits im Krankenhaus informiert, wo man Unterstützung bekommt. Ich hingegen war komplett auf mich allein gestellt“, erinnert sie sich. Sorgen macht ihr die Zukunft ihrer Tochter, wenn sie als Eltern einmal nicht mehr sein sollten. „Man geht Schritt für Schritt. Derzeit ist Katharina Teil eines Projektes für autonomes, betreutes Wohnen“, erzählt sie. „Diese Menschen sind glücklich“, sagt Kuratorin Barbara Brugnara in ihrer Einführung zu der Ausstellung, bei der mehrere Menschen mit Beeinträchtigung ihre Werke zeigen. Kunstvoll geknüpfte Teppiche, Zeichnungen sind zu finden und Fotos aus ihrem Leben. Ein beträchtlicher Teil des Schauraumes ist auch der Sorriso Academy gewidmet, einem Theaterprojekt für Menschen mit Beeinträchtigung.<BR />Die Ausstellung der Serie „Down Art Collection“ und die Führung der Galerie wird als Sozialprojekt von mehrerer Sponsoren unterstützt, unter anderem von der Gemeinde Bozen, deshalb war auch Sozialstadtrat Juri Andriollo geladen. Initiator Johann Kosjek erklärte, dass in der Galerie künftig auch weiterhin Werke von Menschen mit Beeinträchtigung zu sehen und käuflich zu erwerben sein werden. <BR />