Montag, 30. Januar 2017

Katholische Frauenverbände tagen

Migration und Integration sind die Herausforderungen unserer Zeit. Damit beschäftigten sich die deutschsprachigen Katholischen Frauenverbände von Südtirol, Österreich, Deutschland und der Schweiz. Die Vorstände tagten von Freitag 27. bis Sonntag 29. Jänner 2017 in der Lichtenburg in Nals. Der zuständige Landesrat Philipp Achammer berichtete über die Südtiroler Realität und informierte sich über die Situation in den benachbarten Ländern.

Gruppenfoto: Verantwortliche der deutschsprachigen Katholischen Frauenverbände
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Gruppenfoto: Verantwortliche der deutschsprachigen Katholischen Frauenverbände

Die Bundes-, Länder-  bzw. Diözesanverantwortlichen der Katholischen Frauenverbände  treffen sich im Zweijahresrhythmus, um sich über aktuelle Themen  auszutauschen und gegenseitig zu stärken. Die Realitäten und Herausforderungen in den Ländern zum Thema „Migration und Integration“ sind unterschiedlich, aber für alle gilt: Integration gelingt durch Begegnung und persönlichen Kontakt. Das betonte auch der Landesrat für deutsche Bildung, Kultur und Integration Philipp Achammer, der am Freitagabend an der Tagung teilnahm. Er warnte bei den Themen Migration und Integration vor „rhetorischer Aufrüstung“ und rief die Vertreterinnen der Katholischen Frauenverbände dazu auf, Orte der Begegnung zu schaffen. Ermutigende Beispiele aus der Praxis würden zur Nachahmung anregen und Ängste abbauen.

Die Teilnehmerinnen trafen sich in diesen Tagen auch mit Südtiroler Freiwilligen, die sich in der Flüchtlingsarbeit und in der Integrationsarbeit von Migrant*innen engagieren. Georg Hofer, Fernanda Mattedi- Tschager, Sandra Costa und Isabelle Hansen berichteten von den Alltagsrealitäten der Flüchtlinge und Migrant*innen und  von Reichweite und Erfolgsaussichten ihrer besonderen Projekte. Es fand auch ein Treffen mit der Klausner Bürgermeisterin Maria Gasser statt, die über die Erfahrungen in ihrer Gemeinde berichtete.  Am Samstagabend besuchten die Teilnehmerinnen  das Haus der Solidarität in Brixen.

Für Irene Vieider die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Südtirols (kfb) und Gastgeberin der  Präsidientagung ist klar: „Integration braucht Zeit und Respekt vor unterschiedlichen Lebensentwürfen. Sie ist nicht mit Assimilation gleichzusetzen. Akzeptanz entsteht durch Toleranz und Interesse aneinander. Integration ist ein wechselseitiger Prozess.“

Die Verantwortlichen der deutschsprachigen Frauenverbände, die in Europa eine Million Frauen vertreten, haben unter anderem als Ergebnis dieser Tagung ein gemeinsames Statement erarbeitet: „Als Repräsentantinnen der Katholischen Frauenverbände aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol, die zusammen ca. eine Million Frauen vertreten, sind wir uns darin einig, dass wir den öffentlichen Diskurs über Migration und Integration mitprägen wollen. Unser christlicher Glaube beruft uns, Solidarität und Nächstenliebe konkret zu leben. Populistische Tendenzen als Reaktion auf die große Zahl schutzsuchender Menschen, die in letzter Zeit zu uns kamen, bewegen uns. Deswegen wollen wir unsere Mitglieder stärken, politische Verantwortung übernehmen und zur rhetorischen Abrüstung beitragen.“

Katholische Frauenbewegung, Bozen

stol