Mittwoch, 09. September 2015

Katholische Kirche würdigt christlich-jüdische Beziehungen

Die Deutsche Bischofskonferenz hat am Mittwoch in Rom die engen Beziehungen zwischen Christentum und Judentum gewürdigt.

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„Wenn wir die Bibel aufmerksam lesen, dann können wir eine Verachtung des Judentums nur als unchristlich bezeichnen. Man kann nicht den Gott Israels verehren und das Volk Israel verachten“, sagte der Vorsitzende der Unterkommission für die Religiösen Beziehungen zum Judentum, der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Oberrabbiner Riccardo di Segni in der Römischen Synagoge.

Anlass war der 50. Jahrestag der Verabschiedung der Erklärung „Nostra aetate“ des Zweiten Vatikanischen Konzils zum Verhältnis der katholischen Kirche zu den nicht-christlichen Religionen. Mussinghoff nannte diese Erklärung „ein Dokument der Umkehr“. Damit habe sich die Kirche von einer Kultur der Vorurteile, der Missachtung und der Gleichgültigkeit gegenüber den Juden abgewendet.

Während des Konzils habe es viele Gespräche in der Synagoge am Tiber-Ufer gegeben, ohne die diese Erklärung nicht zustande gekommen wäre. Segni erinnerte daran, dass sich an dieser Stelle das von den Nazis 1943 weitgehend zerstörte jüdische Ghetto befand. „Ohne die Erinnerung aufzugeben, hat sich doch sehr viel geändert“, sagte er.

dpa

stol