Dienstag, 26. Mai 2015

Katholische Verbände Italiens gegen Plan für Homo-Partnerschaften

Nach dem Sieg des „Ja“ beim Referendum zu Homo-Eheschließungen in Irland wächst im katholischen Italien die Debatte über Pläne der Regierung zur Legalisierung eheähnlicher Lebenspartnerschaften. Ein dementsprechendes Gesetz soll im Sommer im Parlament verabschiedet werden. Dagegen wehren sich jedoch konservative Parteien und katholische Organisationen heftig.

In Irland wurden vor Kurzem gleichgeschlechtliche Ehen im Grundgesetz verankert. In Italien regt sich nun Widerstand gegen ähnliche Bestrebungen der Regierung Renzi.
In Irland wurden vor Kurzem gleichgeschlechtliche Ehen im Grundgesetz verankert. In Italien regt sich nun Widerstand gegen ähnliche Bestrebungen der Regierung Renzi. - Foto: © APA/EPA

Statt Lebensgemeinschaften zu legalisieren, solle sich die Regierung für die stabile Familie einsetzen, forderte das Forum der italienischen Familienverbände. Katholische Organisationen hätten die Pflicht, zur Verteidigung des Menschen an fundamentale Werte zu erinnern. Die Familie gründe auf der Ehe zwischen Mann und Frau. Dies sei für Christen ein unerschütterlicher Wert. Der neue Entwurf der Regierung Renzi sei ein Manifest, das darauf abziele, die Gesellschaft neu zu definieren.

In der Justizkommission des Senats liegt ein von Renzis Demokratischer Partei (PD) vorgelegter Gesetzentwurf vor, der homosexuellen Paaren, die eine rechtlich anerkannte Lebenspartnerschaft eingehen, die Rechte und Pflichten eines heterosexuellen Ehepaares einräumt.

Gleiche Rechte für alle

Laut dem Gesetzentwurf sollen homosexuellen Lebensgemeinschaften dieselben Rechte wie Verheirateten garantiert werden. Homosexuelle Ehen, die im Ausland geschlossen wurden, sollen in Italien automatisch als Lebenspartnerschaften registriert werden.

Die Frage der Institutionalisierung der Lebenspartnerschaften ist seit Jahren in Italien ein umstrittenes Thema. Ein Versuch der Regierung von Romano Prodi, 2007 die Lebensgemeinschaften zu regeln, hatte zu einer dramatischen Kraftprobe zwischen verschiedenen katholischen Strömungen in der Koalition geführt. Prodi hatte daraufhin auf sein Projekt verzichtet. Jetzt versucht es Renzi wieder.

apa

stol