Montag, 26. März 2018

Kein Dienstauto: Neuer Parlamentspräsident fährt lieber Bus

Dienstauto? Nein danke. Der am Samstag gewählte Präsident der italienischen Abgeordnetenkammer, Roberto Fico, ist am Montag ins Parlament mit dem Bus gefahren. Der Spitzenpolitiker der populistischen Fünf Sterne-Bewegung wurde dabei von seiner Eskorte begleitet.

Parlamentspräsident Roberto Fico bevorzugt öffentliche Verkehrsmittel.
Parlamentspräsident Roberto Fico bevorzugt öffentliche Verkehrsmittel. - Foto: © LaPresse

Der 43-jährige Fico war am Montagvormittag von seiner Geburtsstadt Neapel nach Rom gereist. Als er feststellte, dass sich vor dem Taxistandplatz vor dem römischen Bahnhof Termini eine lange Warteschlange gebildet hatte, stieg Fico mit seiner Eskorte in einen Bus ein, der ihn direkt zur Abgeordnetenkammer führte.

Die Fünf Sterne-Bewegung, die mit 32 Prozent der Stimmen als stärkste Einzelpartei bei den Parlamentswahlen am 4. März abgeschnitten hat, hat sich die Senkung der Ausgaben der Politiker und der Parteien auf die Fahne geschrieben.

„Die Kürzungen der Politikkosten wird eines der prioritären Ziele dieser Legislaturperiode sein“, so Fico in einer Ansprache nach seiner Wahl am Samstag. Seine Partei will unter anderem die Leibrente für Parlamentarier abschaffen. Alle Fünf-Sterne-Parlamentarier müssen einen Teil ihres Gehalts in einen Fonds zur Unterstützung von Klein- und Mittelunternehmen einzahlen.

Ficos Wahl zum Präsidenten der Abgeordnetenkammer ist ein Meilenstein für die Fünf Sterne-Bewegung. Von Anfang an hatte die Gruppierung auf die Präsidentschaft der Abgeordnetenkammer gedrängt, in der die meisten der Fünf Sterne-Parlamentarier sitzen. Die Fünf-Sterne-Bewegung will die Regierung Italiens übernehmen, sie verfügt im Parlament jedoch nicht über die absolute Stimmenmehrheit.

apa

stol