Nemo – der Name stammt aus dem Lateinischen und bedeutet zu Deutsch „Niemand“. „Meine Eltern dachten, wenn ich niemand bin, kann ich alles werden“, sagte Nemo, Jahrgang 1999, in einem Interview. Die Künstlerperson wuchs als biologisch männlich geborenes Kind einer bohème-affinen, freisinnigen Familie in Biel auf. Die Stadt mit rund 60.000 Einwohnern liegt etwa 100 Kilometer südwestlich von Basel am Bielersee. Sie ist zweisprachig, deutsch und französisch, und gilt als Uhrenhauptstadt der Schweiz. Dort ist unter anderem die Marke Swatch zu Hause.<BR /><BR /><BR />Schon als Kind stellte Nemo fest, dass er kein Niemand war: Nemo lernte verschiedene Instrumente, Geige und Schlagzeug, erkannte, dass Tanz eine schöne Ausdrucksform sein kann. Bereits mit 9 Jahren sang Nemo Hauptrollen in Opern von Mozart und Rossini; mit 13 trat er im Musical „Ich war noch niemals in New York“, das auf Liedern von Udo Jürgens basiert, auf. Für Nemo stand fest: „So was möchte ich später machen! Ich will auf einer großen Bühne stehen“, zitierte ihn das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Damit war Nemos Weg, dessen Eltern eine Denkfabrik betreiben, ins Musikbusiness vorgezeichnet.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-64741457_gallery" /><BR /><BR /><BR />Den Durchbruch in der Schweizer Musikszene schaffte Nemo allerdings nicht mit Musical-Songs, sondern mit Rap – und zwar auch auf Schwyzerdütsch. Mit 15 Jahren nahm er an der Musikshow „Die größten Schweizer Talente“ teil – und erntete Lob von seinem Landsmann DJ Bobo (56). Nemos Auftritt beim Rap-Gipfeltreffen „Cypher“, ausgetragen vom SRF, ein Jahr später ging viral. Bis 2017 veröffentlichte Nemo 3 EPs, 7 der Songs schafften es direkt in die Schweizer Single-Charts. „Ke Bock“, „Du“ und „Himalaya“ erreichten Gold- und Platinstatus. 2017 wurde Nemo von SRF 3 als bestes Talent ausgezeichnet. Ein Jahr später räumte er 4 Preise bei den Swiss Music Awards ab. Nemo, noch keine 20, hatte es also tatsächlich auf die große Bühne geschafft. Szenekenner vergleichen seine Stimme mit jener des verstorbenen Queen-Sängers Freddie Mercury: Nemo schafft es, Falsett wie tiefste Töne zu singen. <BR /><BR /> <a href="https://www.youtube.com/watch?v=t6bqI4Z28fE" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier geht's zu Nemos Auftritt beim ESC.</a><h3>Seit 5 Jahren Partnerschaft mit einer Frau</h3>2020 begann eine Phase der Neuorientierung in Nemos Leben: Liederschreiben für andere Musikschaffende, Veröffentlichung englischsprachiger Songs. 2021 dann der Umzug von Biel nach Berlin. Zu den bevorzugten Themen gehören jetzt Geschlechtsidentität, psychische Gesundheit und das Finden des eigenen Platzes in dieser Welt. Im November 2023 outet sich Nemo als nonbinär. Das heißt, Nemo fühlt sich weder als Mann noch als Frau. <BR /><BR />Privat ist vom nonbinären Wesen Nemo nicht viel bekannt. Nach eigenen Angaben ist er seit 5 Jahren mit einer Frau zusammen, sein Coming-out habe an der Partnerschaft nichts geändert, sagte Nemo dem Schweizer Fernsehen – abgesehen von den Pronomen: „Unsere Beziehung ist nicht auf Rollenbildern aufgebaut. Wir haben keine Erwartungen aneinander, die an das Geschlecht geknüpft sind.“<BR /><BR />Der englischsprachige ESC-Siegersong „The Code“ – eine Kombination aus Rap, Drum 'n' Bass und Elementen der Oper –, handelt auch von der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschlechteridentität. „Der Weg zu mir selbst war für mich ein langer und oft schwieriger Prozess“, wurde Nemo in einer Aussendung zitiert. Es sei wichtig, „als genderqueere Person für die ganze LGBTQIA+-Community einzustehen“. <h3> Schweiz bereitet sich schon für das Finale 2025 vor</h3>Für die Schweiz ist Nemos Sieg in Malmö der insgesamt dritte ESC-Triumph. Lys Assia gewann den allerersten Wettbewerb im Jahr 1956, der spätere Superstar Céline Dion (56) im Jahr 1989. Wenige Stunden, nachdem der Konfettiregen auf Nemo herab geprasselt war, begann seine Schweizer Heimat mit den Vorbereitungen für die Ausrichtung des Wettbewerbs 2025. „Es ist eine große künstlerische und touristische Chance, der Welt zu zeigen, was die Schweiz ausmacht, und es liegt nun an uns, diese Herausforderung gemeinsam anzunehmen“, teilte der Generaldirektor des Medienhauses SRG, Gilles Marchand, am Sonntag mit. Als Austragungsorte wurden in den Medien Städte wie Zürich, Bern, Genf oder Basel genannt, die große Hallen und genügend Infrastruktur für den erwarteten Teilnehmer- und Medienansturm haben. Städte können sich bei der SRG als Austragungsort bewerben.