Donnerstag, 29. Juni 2017

Kein G20-Gipfel: Brasiliens Staatschef sagt Hamburg-Reise ab

Der durch eine Korruptionsaffäre schwer angeschlagene brasilianische Präsident Michel Temer hat seine Reise zum G20-Gipfel nach Hamburg abgesagt.

Der durch eine Korruptionsaffäre schwer angeschlagene brasilianische Präsident Michel Temer hat seine Reise zum G20-Gipfel nach Hamburg abgesagt.
Der durch eine Korruptionsaffäre schwer angeschlagene brasilianische Präsident Michel Temer hat seine Reise zum G20-Gipfel nach Hamburg abgesagt. - Foto: © LaPresse

Der Präsident wolle aus innenpolitischen Gründen lieber in Brasilien bleiben und nicht am Treffen der Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer teilnehmen, berichteten mehrere Medien.

Als erstes Staatsoberhaupt in der Geschichte des fünftgrößten Landes der Welt ist Temer während seiner Amtszeit wegen Korruptionsverdachts angeklagt worden. Generalstaatsanwalt Rodrigo Janot reichte zu Wochenbeginn die Klage beim Obersten Gerichtshof in Brasilia ein.

 Ob es zum Verfahren kommt, hängt vom Parlament ab. Dazu müssten zwei Drittel der Abgeordneten für die Aufhebung der Immunität stimmen – also mindestens 342 der 513 Parlamentarier. Temers Absage der Reise nach Hamburg könnte damit zusammenhängen, dass er die Zeit für Gespräche mit Abgeordneten nutzen will, um sein Amt zu retten.

dpa

stol