So oder so, wahrscheinlich werden Ihre Erwartungen nicht enttäuscht. Denn die Realität in unserem Kopf beeinflusst und konstruiert die Wirklichkeit um uns herum. <BR /><BR /><b>Von Doris Ebner</b><BR /><BR />Früher war alles anders. Niemand stellte sich die Frage, ob es auf der Welt genug Adelige gäbe, um all die Mädchen zu Prinzessinnen zu machen, die sich eine Zukunft in einem magischen Schloss wünschten. Das Weltall war zum Greifen nahe und es fühlte sich so an, als müsste man nur noch endlich groß werden, um in den Astronautenanzug schlüpfen und auf den Mond fliegen zu können.<BR /><BR />Und dann war da ja auch noch die Geschichte mit dem Erfolg im Beruf, der glücklichen Familie und dem Haus am Meer, wo jeden Tag alle an einem Tisch sitzen, lachen und einfach nur glücklich sind. Alles kein Problem, nur noch ein paar Jahre warten… bis diese Gedanken wie Seifenblasen zerplatzen und das wahre Leben beginnen kann.<BR /><BR />Zugegeben, Kinder haben eine blühende Fantasie. Jeder, der sich noch einigermaßen an seine ersten Jahre auf diesem Planeten erinnern kann oder regelmäßig Zeit mit den eigenen Sprösslingen verbringt, weiß das nur zu gut. <BR /><BR />In ihrer Welt können faszinierende Fabelwesen problemlos im Nachbarhaus wohnen, während das Auto, das eben noch in der Garage stand, seine Flügel ausfährt, um in einer Rekordgeschwindigkeit von drei Sekunden ans andere Ende der Welt zu fliegen. <BR /><BR />Was davon tatsächlich eine reelle Chance auf Verwirklichung hat, bleibt von Fall zu Fall zu überprüfen. Eines können wir uns von Kindern jedoch auf jeden Fall abkupfern: ihren Glauben daran, dass nichts unmöglich ist.<h3> Selbstsabotage pur</h3>Wenn wir träumen – vor allem dann, wenn es um richtige Herzenswünsche geht –, sind die Zweifel oft nicht weit. Noch bevor wir unser Idealbild vor dem inneren Auge vervollständigt haben, beginnen wir auch schon zu hinterfragen. Geht das überhaupt? Was, wenn es nicht klappt? Oder wenn ich einfach nicht gut genug dafür bin? Die, die dort sind, wo ich gerne wäre, sind ganz anders als ich. Und wenn schon, das ist doch vollkommen unrealistisch! <BR /><BR />Anstatt unsere Gedanken und damit unsere Entscheidungen und Handlungen auf das Ziel auszurichten, sabotieren wir uns selbst. Wir halten uns davon ab, nach Wegen und Möglichkeiten zu suchen, weil unsere inneren Überzeugungen es nicht zulassen, dass wir uns aus unserer Komfortzone hinausbewegen. <BR /><BR />In den allermeisten Fällen sind unsere Träume also gar nicht zu groß für die Realität; viel eher sind sie zu mächtig für unseren eigenen Kosmos. Sie stimmen nicht mit dem überein, was gemeinhin als „vernünftig“ bezeichnet wird oder stehen den Glaubenssätzen entgegen, mit denen wir aufgewachsen sind. Wir scheitern. <BR /><BR />Doch nicht an der Realität, sondern an uns selbst. Es sei denn, wir wachen eines Tages auf und beschließen, in die Vergangenheit zu reisen, um das Kind in uns wieder zu erwecken, das wir einmal waren. Nicht, um zu flüchten, sondern um uns daran zu erinnern, dass Grenzen meist nur in unserem Kopf existieren.