<BR />Die Veranstaltung im Rahmen der Bücherwelten im Waltherhaus wurde von Athesia-Verlagsleiterin Ingrid Marmsoler, Evelin Moschén (Landesbibliothek Dr. Friedrich Teßmann) und Heidi Hintner konzipiert. <BR /><BR />Letztere leistete einen mehrfachen Beitrag zum gelungenen Abend: Gekonnt moderierte sie die Podiumsdiskussion, bei der auch eine ihrer ehemaligen Schülerinnen, die mit ADHS lebt, auf ihre Einladung <h3> „In einigen Jahren wird jeder Zehnte betroffen sein“ </h3>„ADHS im Jugendalter – impulsiv, gereizt, lebensfroh“ ist das dritte Buch zur Aufmerksamkeitsdefizit-(Hyperaktivitäts-)Störung von Dr. Donatella Arcangeli und soll eine praktische Unterstützung für Eltern und Erziehende sein. <BR /><BR /><BR />Aber auch für die Autorin selbst: „Als Kinderpsychiaterin brauche ich die Hilfe von Eltern, Lehrern und vielen anderen.“ Denn ADHS betreffe immer mehr Menschen, das bestätigte auch der andere Experte und Buchautor zum Thema, Dr. Andreas Conca, im Rahmen der Podiumsduskussion im Anschluss an die Buchpräsentation.<BR /><BR /><BR />Als er anfing, sich damit zu befassen, waren 3 Prozent der Bevölkerung betroffen – „heute sind es 6 Prozent“ und in wenigen Jahren werde es jeder Zehnte sein, „es sei denn, wir investieren in die Resilienz“, so Dr. Conca. Und dafür sei eine „radikale gesellschaftspolitische Veränderung“ notwendig. <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-68544907_quote" /><BR /><BR />Die steigenden Fallzahlen seien auch auf äußere Faktoren wie Ernährung und Stress zurückzuführen, betonte Dr. Conca. So wurde auch die Frage aufgeworfen, ob die „klassische“ Schule überhaupt noch für Menschen mit ADHS geeignet sei. <BR /><BR />„Nein“, lautete die Antwort von Dr. Arcangeli. „Wir haben eine Note, die Verhaltensnote heißt – die höchste bekommen meist jene Schüler, die sich besonders ruhig verhalten – die Note gehört abgeschafft“, schlug Schuldirektorin Maria Magdalena Kranebitter in dieselbe Kerbe.<BR /><BR />„Das Kind ist falsch erzogen worden“: Dr. Arcangeli räumte Fehler wie diesen vonseiten von Psychiatern und Ärzten ein, die mit Kindern mit ADHS zu tun hatten. <h3> Nicht nur Schule und Sanität in die Pflicht genommen </h3>Das Problem betreffe aber viel mehr als nur die Bereiche Schule und Sanität, unterstrich Dr. Conca indes. Oder anders gesagt: Bei jedem und jeder sollte man ansetzen, um sich gegenseitig zu helfen, wie es Dr. Arcangeli mit ihrem Buch beabsichtigt.<BR /><BR />„Es ist nicht meine Schuld“: Das wurde der 19-jährigen Katarina Hunglinger erst nach der ADHS-Diagnose mit 17 Jahren klar. Auf die Einladung ihrer ehemaligen Schuldirektorin und Moderatorin des Abends, Heidi Hintner, folgte sie ohne zu zögern. <BR /><BR />Um auch zu zeigen, dass man mit ADHS leben lernen kann – wenn man die Störung und die Betroffenen versteht. So gibt man „ADHSlern“ die Möglichkeit, sich selbst zu verstehen und „nicht anders zu sein, nur weil sie sich anders fühlen“, so Dr. Arcangeli abschließend. Genau dazu will sie mit ihrem Buch beitragen.<BR /><BR /><BR />Über ihr Leben mit ADHS erzählt eine weitere Betroffene im Interview mit s+ ( <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/das-weibliche-gesicht-von-adhs-ich-war-doch-nie-ein-zappelphilipp" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">mehr dazu lesen Sie hier</a>). <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1130811_image" /></div>