Montag, 02. Juli 2018

Kiew: 23 Russen gegen 23 inhaftierte Ukrainer

Die Regierung in Kiew ist bereit, 23 namentlich genannte russische Gefangene gegen in Russland inhaftierte Ukrainer wie den Regisseur Oleg Senzow auszutauschen.

Auf der Liste finden sich unter anderem mehrere russische Soldaten, die in der Ostukraine in Gefangenschaft geraten waren.
Auf der Liste finden sich unter anderem mehrere russische Soldaten, die in der Ostukraine in Gefangenschaft geraten waren. - Foto: © shutterstock

„Nehmt Eure und gebt die Ukrainer heraus“, sagte die Vizechefin des Parlaments in Kiew, Irina Geraschtschenko, am Montag.

„Es handelt sich um russische Staatsbürger, die bereits wegen der Vorbereitung von Terroranschlägen (...) oder der Teilnahme an Kampfhandlungen im Donbass verurteilt wurden oder gegen die Gerichtsverfahren laufen“, sagte Geraschtschenko ukrainischen Medien zufolge.

Mehrere russische Soldaten auf der Liste

Auf der Liste finden sich unter anderem mehrere russische Soldaten, die in der Ostukraine in Gefangenschaft geraten waren. Nicht dabei ist allerdings der Leiter des Kiewer Büros der russischen Staatsagentur Ria Nowosti, der im Mai festgenommen worden war.

Zuvor hatte bereits die Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Ljudmila Denissowa, gesagt, Kiew sei bereit, 23 Russen gegen 23 Ukrainer auszutauschen. Namen hatte sie aber nicht genannt.

Der von der Krim stammende Filmemacher Senzow war nach der russischen Annexion der Halbinsel in einem umstrittenen Prozess zu 20 Jahren Haft wegen Terrorunterstützung verurteilt worden. Insgesamt sitzen Dutzende Ukrainer in russischer Haft. Im Gegenzug wurden in der Ukraine mehrere Russen zu langen Gefängnisstrafen verurteilt.

Russland hatte zuletzt einen Austausch etwa von Senzow abgelehnt. Zunächst müsse der rechtliche Status der Häftlinge geklärt werden.

dpa

stol