Dienstag, 03. März 2015

Kinderschutzbund will Edathys Geld nicht annehmen

Mit einer Zahlung an den Kinderschutzbund sollte Sebastian Edathy den Kinderporno-Prozess abschließen. Am Dienstag rudert der Verband aber kurzerhand zurück. Niemand solle sich von Verbrechen gegen Kinder freikaufen dürfen.

Edathy hätte 5000 Euro an Geldstrafe gezahlt.
Edathy hätte 5000 Euro an Geldstrafe gezahlt. - Foto: © APA/EPA

Der Kinderschutzbund Niedersachsen will die vom Landgericht Verden verhängte Geldauflage von Sebastian Edathy doch nicht annehmen.

Die Entscheidung, das Kinderporno-Verfahren gegen den ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten für eine Zahlung von 5000 Euro einzustellen, sei ein „fatales Signal“, teilte der Verband am Dienstag in Hannover mit.

Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass es möglich sei, sich von Vergehen gegen Kinder freikaufen zu können. Der Verband hat nach eigenen Angaben das Gericht bereits gebeten, einen neuen Empfänger für die Geldauflage zu bestimmen.

Edathy kauft sich frei

Der Prozess gegen Edathy war am Montag ohne eine Verurteilung zu Ende gegangen (STOL hat berichtet).

Darauf hatten sich Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Gericht geeinigt, nachdem Edathy zugegeben hatte, die von der Staatsanwaltschaft als kinder- und jugendpornografisch eingestuften Fotos, Videos sowie einen Bildband besessen zu haben. Die Entscheidung des Gerichtes wird seither massiv kritisiert.

Kinderschutzbund: Moralischer Widerspruch

„Kinder und Jugendliche vor Gewalt zu schützen und ihnen zu helfen, wenn sie Gewalt erfahren haben, ist seit fast 60 Jahren unser Hauptanliegen und Ziel unserer Arbeit“, betonte der Vorsitzende des Kinderschutzbundes Niedersachsen, Johannes Schmidt.

Aufgrund persönlicher und der öffentlich an den Verband herangetragenen Resonanz habe der Vorstand „nach reiflicher Überlegung entschieden, diesen moralischen Widerspruch für sich nicht lösen zu können.

dpa

stol