Donnerstag, 03. August 2017

Kirchenkritik an Italiens Militäreinsatz vor Libyen

Das Centro Astalli, Sitz des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes (JRS) in Rom, hat die von der römischen Regierung beschlossenen Maßnahmen zur Küstensicherung in Kooperation mit Libyen scharf kritisiert. Sprecherin Donatella Parisi sagte am Mittwochabend laut Kathpress, dies würde Migranten zu noch riskanteren Überfahrten nötigen.

Foto: © APA

Die Militärmission sei Ausdruck einer fremdenfeindlichen Haltung und „Frucht einer Abschottungspolitik“, die die Lage der Flüchtlinge und Migranten noch weiter erschwere. Das Problem sei nicht die Zahl der Ankömmlinge, sondern „die übergroße Zahl derer, die sterben“, sagte Parisi.

Eine Militärkooperation mit Libyen löse nicht „eine Situation, die längst gelöst sein könnte“, so Parisi. „Es gibt keinen Flüchtlingsnotstand, der Zustrom ist zu bewältigen.“ Zudem gehe es nicht an, mit einem Land Abkommen zu schließe, das wie Libyen grundlegende Menschenrechte gegenüber Flüchtlingen verletze.

Die Flüchtlingsfachstelle der Italienischen Bischofskonferenz erklärte auf Anfrage, sie schließe sich der Position der Jesuiten an.

apa

stol