„Die lokale Bautradition ist hier von Einfachheit geprägt“, erklärt Daniel Ellecosta. Sein Ansatz: „Mit einem schlichten Entwurf die Typologie widerspiegeln, allerdings in reduzierter, zeitgemäßer Form.“ <BR />Zu berücksichtigen galt es nicht nur den vorhandenen und nicht veränderbaren Bestand – das Garagengeschoss– sondern auch das relativ dicht bebaute Umfeld. Auf den heterogenen Charakter der Siedlung reagierte der Architekt mit einem ebenso schlichten wie klaren Entwurf: Er nimmt die dörflich geprägte Architektursprache auf – in Form und Material. Das Raumprogramm verteilte er auf 2 Stockwerke, ein eingeschossiger Anbau schließt westseitig an die Terrasse des Nebengebäudes an. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="966139_image" /></div> Die elementare Lochfassade in Ziegelbauweise erhält ihren besonderen Charakter durch den Putz: ein händisch aufgetragener Marmorino-Putz mit ortstypischen Porphyr-Zuschlägen. „Dadurch passt die lebendig strukturierte Fassade vom Ton her zu unserer Landschaft, zu den Felsen“, findet Bauherr Lorenz Epp. „Und je nach Wetter und Licht wirkt die Farbe anders.“ Großflächige, gezielt gesetzte Fenster aus Weißtanne mit textiler Verschattung tragen zum zeitgemäßen Gesamtbild bei.<BR /><BR />„In diesem Gefüge kommt einfach nur ein Satteldach infrage“, ist Ellecosta überzeugt. Und es wurde auch ganz traditionell mit Fleimstaler Mönch-und-Nonnen-Ziegeln eingedeckt. „Schön nachhaltig“, schmunzelt er, „die Ziegel wurden von einem anderen Gebäude abgetragen und hier wiederverwendet.“ <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="966142_image" /></div> <BR />Neu und prägnant sind dagegen Dachrinne und Fensterbänke aus sandgestrahlten Betonfertigteilen – massiv und in einem passenden Rotbraun. Strukturiert wird das Gebäude noch durch die angedeutete Geschossteilung sowie vom Vordach, das in einer Linie bis zum Anbau durchgeht.<BR /><BR />Dadurch und durch die rechtwinklige Anordnung von Haupthaus und Zubau wurde eine angedeutete Innenhofsituation geschaffen – geschützter Freiraum inklusive.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="966145_image" /></div> <BR />Die Zufahrt an der Südseite war durch die Garage vorgegeben, die bereits 2006 entstanden ist. Entsprechend erfolgt die Erschließung von dort über eine außen liegende Treppe. <BR />Eine kleine, aber zielführende Änderung des urprünglichen Bebauungsvorchlags nahm der Architekt aber vor: Er schob den ganzen Bau im Grundstück etwas zurück. Dadurch wurde die Straße weitgehend ausgeblendet.<BR /><BR />„Wir sind ohne konkrete Vorstellung gestartet“, erinnert sich Epp. „Da genügend Kubatur zur Verfügung stand, sind wir damals schon von 3Kindern ausgegangen, die wir jetzt auch haben.“ Beim ersten Vorschlag des Architekten „ist es dann eigentlich auch geblieben“. <BR /><BR /><embed id="dtext86-62228522_gallery" /><h3> Zeitloses Innenleben</h3>Innen setzt sich die Reduktion in Form und Material fort: Sämtliche Holzelemente wie Möbel, Türen, Fenster oder Holzböden sind aus Weißtanne gefertigt, alle Metallelemente, Türgriffe und Armaturen aus Bronze.<BR /><BR />Raumprägende Elemente sind die tief liegenden, mit Weißtanne ausgekleideteten Türlaibungen, die sich durch das ganze Haus ziehen. „Sie erinnern ein bisschen an alte Herrenhäuser“, findet der Architekt.<BR />Gewohnt, gekocht, gegessen und musiziert wird im Erdgeschoss. Zudem fanden hier auch noch ein Tages-WC, ein praktischer Wirtschaftsraum und eine Abstellkammer unter der Stiege Platz.<BR /><BR />Konsequent ist ein heller Boden auf Zementbasis durchgezogen, der mit Bienenwachs behandelt wurde. Die ganze Seite zum Garten und zur Aussicht hin nehmen Wohn- und Kochbereich mit direkten Zugängen nach draußen ein. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="966148_image" /></div> <BR />Im Wohnzimmer überrascht ein Ofen, der mit der Trennwand zur Küche verschmilzt, nur ein Glasfenster verrät die Funktion. Geheizt wird mit einer Luftwärmepumpe und diesem Speicherofen. „Der schafft den Großteil“, ist der Hausherr zufrieden. „Gebaut wurde ohne Dämmung, nur mit dickeren Ziegeln.“<BR /><BR />Originell ist auch die „Ofenbank“: eine in die Wand eingelassene, gemütliche Liege-Nische. Dazu kommt noch das großzügige Ecksofa – ein Lieblingsplatz der Familie. Davor liegt die überdachte Terrasse, die bei geöffneter Schiebetür fließend ins Innere übergeht.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="966151_image" /></div> <BR />Schöne Ausblicke bietet auch der Koch- und Essbereich dahinter. Ein riesiger Holztisch mit schnörkelloser Eckbank ergänzt die ebenso lineare Küche. Highlight ist hier der mit Bronze beschichtete Kochblock. „Dazu sind Arbeitsplatten aus Grödner Porphyr kombiniert“, erzählt der Hausherr. „Eine Tür geht von hier aus auch in den Garten zu einer kleinen Terrasse und einem Spielbereich für die Kinder.“<BR /><BR />Eine schlichte Treppe führt ins Obergeschoss. Dort sind die 4 Schlafzimmer und das Bad um einen kleinen, nach oben und unten hin geöffneten Raum gruppiert. Ellecosta arbeitet hier mit „Dachfenstern mit Milchglas darunter, die mit diffusem Licht alles angenhm erhellen“. Bei den Zimmern spielte er mit der Giebelform: „Jedes hat eine Holzdecke, eine Seite entstand aus der Dachneigung, die andere ist als Gegenform eingefügt.“<BR />Im Zubau sind noch Keller und Technik untergebraucht. Außerdem gelangt man auch direkt in die Garage.<BR /><BR />Eine optisch ebenso unaufdringliche wie überzeugende Lösung – klug strukturiert, puristisch gestaltet und dezent ins Dorf eingefügt.<BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />