Samstag, 24. Januar 2015

Klimahouse feiert ihren zehnten Geburtstag

Zehn Jahre ist es her, seit Messe Bozen – ein Eckpfeiler der Südtiroler Wirtschaft mit über 60 Jahren Messeerfahrung – diese Fachschau ins Leben gerufen hat.

Foto: Messe Bozen AG
Foto: Messe Bozen AG

Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit der Klimahausagentur, einer inzwischen europaweit renommierten und anerkannten Einrichtung des Landes Südtirol im Bereich Gebäudezertifizierung.

Von Beginn an erwies sich Klimahouse als Vorläufer eines sozialen und wirtschaftlichen Trends, der in Italien erst im letzten Jahrzehnt richtig Fuß gefasst hat. Auch die vom 29. Januar bis zum 1. Februar 2015 geplante zehnte Auflage wird – wie alle bisherigen – ein begehrter Treffpunkt für Architekten, Fachplaner, Bauunternehmen und Endverbraucher sein, die energieeffizient und nachhaltig bauen möchten.

In zehn Jahren hat dieses Glanzstück im Veranstaltungsprogramm der Messe Bozen einen weiten und erfolgreichen Weg zurückgelegt. Dass Klimahouse stets innovationsfreudig war und Jahr für Jahr das Beste der in- und ausländischen Produkte und Ideen im nachhaltigen Bauen zu vermitteln wusste, beweisen die vielen Branchenunternehmen und Aussteller, die nach wie vor in dieser grenzüberschreitenden Fachschau eine Chance sehen, die lang anhaltende Krise des Bausektors zu überwinden.

„Die Erde zu haben und sie nicht zu zerstören, ist die schönste Kunst, die man sich wünschen kann”, sagte vor einigen Jahren kein Geringerer als Andy Warhol.

Kein anderer Satz könnte den Leitgedanken so prägnant und zutreffend zusammenfassen, der Messe Bozen dazu bewog, Klimahouse ins Leben zu rufen: „Die größte Herausforderung dieses Jahrhunderts – so Gernot Rössler, Präsident von Messe Bozen – ist die Umsetzung einer nur scheinbar abstrakten Idee: eine nachhaltige Entwicklung, die auch den kommenden Generationen Zukunftschancen sichert.”

Die Erfolgsgeschichte von Klimahouse nahm 2004 ihren Anfang, als Messe Bozen an einem Vorhaben zu arbeiten begann, das ein Jahr später im Rahmen der Fachmesse „Bauschau“ offiziell umgesetzt wurde. Präsentiert wurde die Auflage Null von Klimahouse als erste italienische Fachschau für Energiesparen im Bauwesen.

Zukunftsorientierte Einstellung

Die zukunftsorientierte Einstellung von Klimahouse stieß bereits im ersten Jahr unter Planern und Bauunternehmen auf großes Interesse. Viel Zustimmung ernteten vor allem ein ausgestelltes Klimahaus-A-Plus-Modell sowie die hochkarätigen wissenschaftlichen Beiträge im Rahmen des ersten internationalen Kongresses „Bauen für die Zukunft”, der in Zusammenarbeit mit der Klimahausagentur veranstaltet wurde und bei seiner ersten, eintägigen Auflage mit über tausend Teilnehmern hoffnungslos ausgebucht war.

„Jahr für Jahr hat Klimahouse mehr Interessenten in seinen Bann gezogen – erklärt Silva Candioli, die als Projektleiterin diese Fachmesse seit der ersten Auflage betreut und wachsen gesehen hat. - Die Gründe liegen nicht nur in der strategisch günstigen Lage Bozens im Herzen Südtirols und Mitteleuropas, sondern vor allem in der Fähigkeit, dem italienischen Fachpublikum Einblick in die neuen internationalen Trends zu bieten und immer einen Schritt voraus zu sein.”

Ausgewogene Angebotsstruktur

„Als besonders gelungen – so Silva Candioli weiter – hat sich die ausgewogene Angebotsstruktur von Klimahouse erwiesen. Einerseits die eigentliche Fachschau mit innovativen Produkten und Dienstleistungen qualifizierter und von einem Expertenausschuss ausgewählter Ausstellern, und andererseits das dichte Rahmenprogramm mit Bildungs- und Informationsveranstaltungen, die stets gemeinsam mit erstklassigen Fachpartnern geplant werden.”

Zu einem Publikumserfolg wurden die Fachtagungen, die in Zusammenarbeit mit namhaften Instituten organisiert werden, etwa dem TIS Innovation Park, der Europäischen Akademie Bozen, dem Landesverband der Handwerker sowie den Dachverbänden ANIT und ANAB.

Neben Fotoausstellungen über energieeffiziente Klimahausgebäude können die Messebesucher auch einen eigenen Stand besichtigen, wo die häufigsten bautechnischen Fehler vorgeführt und besprochen werden. Ferner stehen Führungen durch Klimahausgebäude für Fachplaner und Bauherren sowie Auszeichnungen für die innovativsten Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit (darunter der Preis „Klimahaus Trend“) auf dem Programm.

Viel Prestige

Das Prestige von Klimahouse hat auch dazu geführt, dass zahlreiche Autoren international erfolgreicher Großprojekte absichtlich diesen Rahmen für die offizielle Präsentation ihrer Vorhaben wählen. Ein Beispiel ist das Mock-up von „Med in Italy”, ein „mediterranes” Passivhausmodell, das beim internationalen Fachwettbewerb Solar Decathlon ausgezeichnet und bei Klimahouse 2012 zum ersten Mal dem Fachpublikum vorgestellt wurde.

Anlässlich der Auflage 2013 wurde das visionäre Hamburger IBA-Projekt (nachhaltige Entwicklung von Großstädten) erstmals in Italien präsentiert. Bei Klimahouse 2014 schließlich konnte eine vom Fraunhofer Institut für Bauphysik entwickelte Maschine zur elektrodynamischen Fragmentierung und zur Zerlegung von Verbundmaterial gezeigt werden, die vom Münchner Institut Holzkirchen vorgestellt wurde.

Klimahouse-Kongress verspricht Spannung 

Am meisten Interesse wusste seit jeher der internationale Klimahouse-Kongress auf sich zu lenken, den Messe Bozen in Zusammenarbeit mit der Klimahausagentur organisiert und der jedes Jahr neue Maßstäbe setzt. Unter den weltweit bekannten Referenten, die sich bei den bisherigen Auflagen am Rednerpult abgelöst haben, scheinen namhafte Persönlichkeiten auf, wie Architekt Matteo Thun, Bergsteiger Reinhold Messner und Klimaexperte Luca Mercalli (Vorsitzender der italienischen Gesellschaft für Meteorologie).

Auch aus der akademischen Welt konnten Spitzenreferenten gewonnen werden, unter anderen Manfred Hegger (zweimaliger Preisträger beim Solar Decathlon in Washington DC), Boris Podrecca (Sieger mehrerer internationaler Wettbewerbe und Inhaber des gleichnamigen Architekturbüros in Wien), Klaus Rada, der visionäre Architekt Thomas Rau oder aber Werner Sobek (vom gleichnamigen Architekturbüro in Stuttgart).

Als Ehrengäste konnten dieses Jahr drei namhafte Hauptreferenten gewonnen werden: Architekt Mario Cucinella mit seinem Referat „Nachhaltige Architektur: ein revolutionärer Wandel”, Prof. Dr. Wolfgang Feist, weltweiter Pionier der Passivhäuser, und Architektin Chiara Tonelli von der Universität Roma Tre, die für das Siegerprojekt „RhOME for denCity“ beim internationalen Wettbewerb der nachhaltigen Architektur „Solar Decathlon Europe 2014“ verantwortlich zeichnete.

Die kontinuierlich steigenden Anfragen interessierter Fachaussteller und die begrenzte, seit Jahren ausgebuchte Ausstellungsfläche hat Messe Bozen schon vor Jahren dazu bewogen, eine für die Messebranche sehr mutige und zukunftsfähige Entscheidung zu treffen.
„Die geographische Herkunft von 80 Prozent der Klimahouse-Besucher in Bozen – erklärt Reinhold Marsoner, Direktor von Messe Bozen - hat uns veranlasst, zusätzliche „Wanderauflagen” von Klimahouse für den mittel- und süditalienischen Fachmarkt zu organisieren, um den zunehmenden Bewerbungen von Ausstellern aus dieser Region Rechnung zu tragen.”

So entstand 2008 Klimahouse Rom, eine Fachschau mit integrierter Fachtagung in den Räumen des „Palazzo delle Esposizioni“ im EUR-Viertel, die 2009 nach Bastia Umbra verlegt wurde. Seit der zweiten Auflage findet diese „ Zweigstelle“ von Klimahouse für den mittelitalienischen Markt nun jedes Jahr in Umbrien statt.

Die durchaus ermutigenden Rückmeldungen und die stolzen Besucherzahlen von Klimahouse Umbria veranlassten Messe Bozen 2012 dazu, eine zweite „Wanderauflage“ für Süditalien in Apulien zu schaffen (Klimahouse Puglia), die dieses Jahr vom 2. bis zum 4. Oktober über die Bühne gehen wird. Im letzten Frühling fand die erste Auflage von Klimahouse Toscana statt, die auch für 2015 geplant ist. Doch damit offensichtlich nicht genug, denn die Anzahl der regionalen Klimahouse-Ableger soll laut Messe Bozen demnächst noch erweitert werden.
 
Neben Klimahouse (Bozen), Klimahouse Toscana und Klimahouse Puglia veranstaltet Messe Bozen im eigenen Messegelände auch Klimaenergy und Klimamobility für die Bereiche erneuerbare Energien bzw. nachhaltige Mobilität, sowie Klimainfisso, die Fachmesse der Zulieferer von Fenster-, Türen- und Fassadenbauern. Mit diesem Programm kann sich Bozen in Italien als Messeschwerpunkt für Nachhaltigkeit profilieren.

stol