Montag, 23. Oktober 2017

Kommunalwahlen im Kosovo: Stichwahl in 18 Gemeinden notwendig

Nach den Kommunalwahlen am Sonntag gibt es in 18 von 38 kosovarischen Gemeinden eine zweite Runde.

Nach den Kommunalwahlen am Sonntag gibt es in 18 von 38 kosovarischen Gemeinden eine zweite Runde.
Nach den Kommunalwahlen am Sonntag gibt es in 18 von 38 kosovarischen Gemeinden eine zweite Runde. - Foto: © shutterstock

Der Bürgermeister in diesen Gemeinden wird in einer Stichwahl am 19. November bestimmt, wie die am Montag veröffentlichten vorläufigen Wahlergebnissen ergaben. Die Demokratische Liga des früheren Premiers Isa Mustafa feierte am Sonntag landesweit ihr großes Comeback.

Nach Hochrechnungen der nicht-staatlichen Organisation „Demokratie in Aktion“ (DnV) kam die LDK am Sonntag auf mehr als 210.000, bzw. 26,8 Prozent der Stimmen, gefolgt von der Demokratischen Partei (PDK) des Parlamentspräsidenten Kadri Veseli mit rund 150.000, bzw. 18,4 Prozent Stimmen. An dritter Stelle ist demnach die oppositionelle nationalistische Bewegung „Vetevendosje“ mit 130.000, bzw. 16 Prozent der Stimmen.

Die Allianz für die Zukunft (AAK) des Premiers Ramush Haradinaj kam auf gut 12 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag laut Amtsangaben bei knapp 46 Prozent.
In neun von zehn Gemeinden mit mehrheitlich serbischer Bevölkerung hat die Belgradtreue „Serbische Liste“ einen klaren Wahlsieg verbucht. In einer Gemeinde, Kllokot-Vrbovec, wird der Bürgermeister erst in der zweiten Runde in kommt es zu einer Stichwahl.

Stichwahl in den meisten größeren Städten

In den meisten größeren Städten des Kosovo wird es in vier Wochen eine Stichwahl zwischen den beiden bestplatzierten Bürgermeisterkandidaten geben, darunter auch in der Hauptstadt Prishtina, wo der derzeitige Bürgermeister Shpend Ahmeti (Vetevendosje) gegen den Herausforderer Arban Abrashi (LDK) antreten wird.
Der Wahltag verlief im Großen und Ganzen ruhig, obwohl von DnV-Wahlbeobachtern in 86 Fällen der Versuch einer mehrmaligen Stimmabgabe registriert wurden. Notiert wurden auch 3.000 Fälle der sogenannten „Stimmabgabe in der Familie“ – wo eine Person für mehrere Familienmitglieder wählt.

Am Grenzübergang zu Serbien Jarinje wurden im Laufe des Tages drei Personen festgenommen, nachdem in einem Reisebus mit stimmberechtigten Kosovo-Serben, die zum Urnengang unterwegs waren, zwei Bomben sichergestellt worden waren.
Die Parlamentswahlen im Juni hatte die Wahlkoalition um die PDK, zu welcher auch die Partei Haradinajs gehörte, mit 36 Prozent der Stimmen gewonnen.

apa

stol