Ein monolithisches Betonhaus mit Satteldach und trichterförmigen Einschnitten, mit poetischen Lichttupfern und lichtdurchfluteten Räumen. Eine kühne Lösung, innen und außen überzeugend.<BR /><BR />Ich wollte schon etwas, das nicht jeder hat“, schmunzelt Victoria Leitner. Und dafür schien ihr Andreas Gruber der richtige Architekt. Denn sie konnte die Kubatur eines alten Stadels umwidmen und ein Wohnhaus daraus machen.<BR /><BR />„Als Erstes erhielt ich ein Bild von diesem Stadel, von dem wir die Kubatur übernehmen konnten“, erinnert sich der Architekt. „Ich habe versucht,<BR />die Proportion zu übernehmen, im Maßstab für Menschen.“ Und natürlich musste auch das gewünschte Raumprogramm untergebracht werden. Seine überzeugende Idee: Ein kompaktes Betonhaus, ohne Überstände und Vorsprünge. Ganz nach dem Motto „Reduzieren, was geht, und keine Kosmetik!“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="945286_image" /></div> <BR />Denn für Gruber schaffen die Lage und die Witterungsbedingungen auf 1350 Meter Höhe eine gute Basis für diese Bauweise – auch optisch durch das Raue, Echte. <BR /><BR />Tiefe, trichterförmige Einschnitte öffnen die Betonhülle. Sie belichten das Wohngeschoss und bilden witterungsgeschützte Außenbereiche. Gleichzeitig versuchen sie auch, einen Bezug zum Stadel herzustellen: Die Holzbretterschalung dieser Laibungen erinnert an den hölzernen Aufbau. „Dadurch und durch den Einsatz von Lärchenholz erhält das Haus neben einer mineralischen Komponente auch eine holzige“, erklärt der Architekt. Nur das Dach des Monoliths wurde aus technischen Gründen außen mit passendem Blech verkleidet.<h3> Gekonnt reduziert: Materialien und Farben</h3>Innen wünschte sich die Bauherrin „viel Licht, großzügige Räume und eine unkomplizierte Instandhaltung“. Getüftelt wurde dabei natürlich vor allem an der Einteilung. Das Raumprogramm platzierte der Architekt geschickt unter dem Satteldach auf 3 Ebenen: Das Untergeschoss, das dank Hanglage auch direkt mit einer Zufahrt erschlossen wird, nimmt Garage, Keller und Technikraum auf. <BR /><BR />Außergewöhnlich ist dann die Einteilung im eigentlichen Wohnhaus: Alle Haupträume sind auf einer Ebene angeordnet, nur Zusatzzimmer im Dachgeschoss organisiert.<BR /><BR />Der Haupteingang liegt geschützt in einem der Einschnitte. Runde, natürlich verglaste „Löcher“ in der Holzwand neben der schlichten Tür und in der Fassade des Obergeschosses setzten effektvolle<BR />Lichttupfer – innen und außen. Die mit weiß geöltem Lärchenholz gestaltete<BR />Eingangssituation umfasst Garderobe, Waschraum und Tages-WC.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="945289_image" /></div> <BR />Eindrucksvoll öffnet sich von hier aus der offene Wohnraum bis<BR />unters Dach. Das reduzierte Farbkonzept wurde mit der Hausherrin entwickelt: Zum Sichtbeton wurde der Boden durchgehend mit einem „Spatolato“ in Hellgrau gestaltet, Küche und Einbaumöbel sind schlicht in Weiß gehalten, während Lärchenholz immer wieder behagliche<BR />Akzente setzt. Der Küchenbereich mit Insellösung wird von einer puristischen Eckbank ergänzt.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="945292_image" /></div> <BR /><BR />Ein ebenso klarliniger Speicherofen trennt und verbindet den Wohnbereich mit der Küche: Statt klassischer Sofaanordnung wählte die Hausherrin eine gemütliche Kuschelecke – mit Holzvertäfelung und Blick auf die Berge. Originelles Detail: Den Ofen verputzten Bauherrin und Architekt<BR />gemeinsam. „Victoria hat die Masse angerührt, und ich habe verspachtelt“, erinnert sich der Architekt lachend.<BR /><BR />Vom Eingangsbereich gelangt man auch in das großzügige, weiß gehaltene Hauptschlafzimmer. Grifflose, weiße Einbaumöbel bilden Stauraum und den Waschtisch mit den beiden unterschiedlich geformten Becken. Die freistehende Wanne punktet natürlich mit Panoramablick, während die Dusche ganz ohne Glasabtrennung auskommt. „Die Wand wurde<BR />einfach gespachtelt wie der Boden“, erzählt Leitner. „Es gibt hier nur eine einzige Tür zum WC.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="945295_image" /></div> <BR />Durchdacht ist auch das Lichtkonzept. In die Decke integrierte – und natürlich vor ab geplante – Spots sorgen für die Grundbeleuchtung, dazu kommen einige Design-Stücke sowie indirekte Beleuchtung.<BR />Eine weiße, puristische Stiege führt ins Obergeschoss, das als Art dreieckiges Volumen eingefügt wurde und 2 Zimmer sowie ein Bad umfasst. Eine große Verglasung zur Küche verbindet optisch. <BR /><BR />Energetisch gesehen ist das Gebäude ein KlimaHausA mit Bodenheizung über Fernwärme. Die Fenster werden bei Bedarf mit textilen Rollos verschattet. „Diese haben wir ausgesucht, weil sie windbeständig sind“, erzählt die Hausherrin, die „Rollos, Heizung, Küchengeräte und Staubsauger auch über das Handy“ steuern kann. Eine ebenso überraschende wie überzeugende Lösung für ein alpines Wohnhaus – klug strukturiert, langlebig und mit vielen effektvollen Details.<BR />