Donnerstag, 29. März 2018

Kontakte zu Berliner Attentäter: Fundamentalisten in Italien in Haft

Die italienischen Ermittlungen unter Kontaktleuten des Berliner Attentäters Anis Amri haben zu neuen Festnahmen geführt. Vier Tunesier, die im Großraum von Neapel leben, wurden nach Angaben der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ festgenommen.

Vier Tunesier, die im Großraum von Neapel leben, wurden nach Angaben der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ festgenommen.
Vier Tunesier, die im Großraum von Neapel leben, wurden nach Angaben der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ festgenommen. - Foto: © APA/AP

Ermittlungen laufen gegen einen Palästinenser, der sich bereits in Rom in Haft befindet. Der 38-Jährige wird beschuldigt, im Internet fundamentalistische Propaganda betrieben und angeblich einen Anschlag zu planen. Mehrere Hausdurchsuchungen wurden durchgeführt.

Den vier festgenommenen Tunesiern wird Dokumentenfälschung und Beihilfe zur illegalen Einwanderung vorgeworfen. Die vier Männer waren in Kontakt mit einem Freund Amris und sollen hunderten Tunesiern mit gefälschten Dokumenten die Einreise nach Italien ermöglicht haben. Mit den gefälschten Ausweisen sollen die Tunesier nach Deutschland und Frankreich weitergereist sein.

Lange Ermittlungen führten zu Festnahme 

Die Festnahmen erfolgten nach langen Ermittlungen rund um die Kontakte, die der Berliner Attentäter in Italien unterhielt. Die Ermittler kontrollierten alle Nummern auf seinem Smartphone.

Bei dem bisher schwersten islamistischen Anschlag in Deutschland waren am 19. Dezember 2016 zwölf Menschen getötet und viele Dutzend verletzt worden. Der Attentäter Anis Amri war mit einem gestohlenen Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin gerast. Er wurde später in Italien auf der Flucht von Polizisten erschossen. Amri war ein bekannter islamistischer Gefährder. Er kam als Asylbewerber nach Deutschland, wo er unter verschiedenen Identitäten lebte.

apa

stol