Dienstag, 05. Juni 2018

Kräuter: „Aus meiner Leidenschaft wurde ein Beruf“

Der Liebe wegen ist sie zur Bäuerin geworden und bewirtet nun seit ihrer Hochzeit mit dem Bauer des Oberhaslerhofes in Schenna Haus und Hof. Obwohl der Hof hauptsächlich Apfelwirtschaft betreibt, hat sich Priska Weger ihr ganz eigenes Steckenpferd aufgebaut: Ihren Kräutergarten mit über 50 Sorten.

Die Bäuerin Priska Weger bei der Arbeit. - Foto: DLife
Badge Local
Die Bäuerin Priska Weger bei der Arbeit. - Foto: DLife

„Es war anfangs ein Hobby. Wie für eine Bäuerin üblich, bin ich für den Blumengarten und die schöne Gestaltung des Hofes zuständig und habe eben nebenbei auch Kräuter gezüchtet“, lächelte die Frau, die „Bäuerin des Jahres 2011“ ist, im Gespräch mit STOL. Aus der Leidenschaft wurde bald mehr: Nach vielen Aus- und Weiterbildungen, sowie Seminaren wuchs ihr Garten und sie begann, allerlei Kräuter anzubauen.

Den hofeigenen Gästen bietet sie immer in Bezug auf Kräuter verschiedene Kindernachmittage oder Kneippgänge an.

Der Kneippweg. - Foto: DLife 

Die Bäuerin begleitete uns durch ihr Reich und begann an einem Malvenstrauch zu zupfen. „Wenn man Malvenblüten zum Beispiel in kaltes Wasser legt, färbt sich das Wasser violett“, erklärt sie. Die Begeisterung steckt an: „Gibt man dann noch einen Schuss Essig dazu, wird das Wasser rosa.“

Die Kräuterbäuerin beim Malven-Zupfen. - Foto: DLife 

Dennoch, so kreativ die Verarbeitungen klingen mögen, es gibt auch strenge Regeln: „Um das volle Aroma der Kräuter zu erhalten, sollte man sie früh morgens oder abends ernten. Niemals in der prallen Sonne“, erklärt sie. Gewisse Kräutersorten müssen gar jeden zweiten bis dritten Tag gestutzt werden.

Hauseigener Getränkeautomat

Unterhalb des Hofes führt ein Radweg vorbei – wo einer der beiden Jungbauer des Hofes, Martin Weger, ein weiteres Projekt verwirklicht hat: Ein Produktautomat, wo die Familie hauseigene Säfte anbietet. „Man könnte theoretisch auch Eier darin anbieten“, erklärt er. „Bei uns ist es aber eben eher ein Getränkeautomat geworden.“

Seit 2016 hat sie mit Sohn Martin begonnen, die Kräuter und hofeigenen Produkte in einem Hofladen zu packen. „2016 haben wir angefangen, das Konzept aufzubauen“, erinnert sich Martin. „Effektiv losgegangen ist es dann 2017“. Anfangs wurden die Marmeladen und Säfte noch in der Küche hinter der Verkaufsfläche zubereitet, nun musste man auf eine größere Verarbeitungsfläche zurückgreifen.

Als sie uns den Hofladen zeigen wollte, lag dort eine Packung Pralinen als Dankeschön eines Gastes: Eine Geste, die der Bäuerin so viel zurückgibt.

stol 

Einen Moment Bitte - das Video wird geladen

stol