Samstag, 30. Juli 2016

Krise in Venezuela erreicht Mercosur

Der südamerikanische Staatenbund Mercosur ist wegen der Krise in Venezuela vorläufig führungslos geblieben. Uruguay hat am Freitag (Ortszeit) nach Ablauf der sechsmonatigen Amtszeit den turnusmäßig wechselnden Vorsitz abgegeben.

Foto: © APA/AP

Nach alphabetischer Reihefolge sollte Venezuela bis Jahresende übernehmen. Die Übergabe fand jedoch nicht statt, weil die hierzu übliche Außenministerkonferenz nicht stattfand, nachdem Paraguay und Brasilien ihre Teilnahme abgesagt hatten.

Paraguay beanstandet, Venezuela fehlten die innenpolitische Stabilität und die Achtung der Menschenrechte, die für die Ausübung des Mercosur-Vorsitzes erforderlich seien. Das uruguayische Außenministerium teilte am Freitag mit, es sehe kein Hindernis an der Ausübung des Vorsitzes durch Venezuela, ohne jedoch eine Übergabe zu erwähnen.

In Venezuela kündigte der Industrie- und Handelsminister Miguel Pérez Abad über Twitter an, seine Regierung werde den Mercosur-Vorsitz übernehmen.

Dem Staatenbündnis gehören Brasilien, Argentinien, Uruguay, Paraguay, Venezuela und Bolivien an. Der Mercosur führt zur Zeit Verhandlungen mit der EU über ein Freihandelsabkommen.

dpa

stol