Montag, 29. Oktober 2018

Kritik an serbischen Mörder-Memoiren

Die Veröffentlichung der Memoiren von zwei wegen Kriegsverbrechen verurteilten serbischen Generälen sorgt in Serbien für Kritik an der Regierung. Die Bücher von Nebojsa Pavkovic und Vladimir Lazarevic wurden vergangene Woche auf der Belgrader Buchmesse präsentiert. Heikel daran: Als Herausgeber fungierte in beiden Fällen das serbische Verteidigungsministerium.

Solange Menschen geehrte werden, die Zivilisten getötet haben, ist Frieden in Serbien nur schwer vorstellbar.
Solange Menschen geehrte werden, die Zivilisten getötet haben, ist Frieden in Serbien nur schwer vorstellbar. - Foto: © shutterstock

Menschenrechtsaktivisten forderten am Sonntagabend eine Reaktion von Regierungschefin Ana Brnabic. Man könne keinen Frieden aufbauen, indem Menschen geehrt würden, die Zivilisten der anderen Seite getötet hätten. So könne es keine Versöhnung geben, wurde Ivan Djuric von der Jugendinitiative für Menschenrechte vom TV-Sender N1 zitiert.

Der einstige jugoslawische Generalstabschef Pavkovic und General Vladimir Lazarevic waren vom Haager Kriegsverbrechertribunal rechtskräftig zu jeweils 22, bzw. 14 Jahren Haft wegen Kriegsverbrechen im Kosovo verurteilt worden.

Das Verteidigungsministerium begründete die Herausgabe ihrer Bücher mit der Feststellung, dass die verurteilten Generäle das Recht hätten, ihre Sicht auf die historischen Ereignisse – gemeint sind die neunziger Jahre – zu präsentieren.

apa

stol