Montag, 25. Juni 2018

Lage auf Rettungsschiff „Lifeline“ spitzt sich zu

Die Lage auf dem blockierten deutschen Rettungsschiff „Lifeline“ mit rund 230 Migranten an Bord spitzt sich nach Angaben deutscher Abgeordneter zu. „Die Menschen sitzen dicht gedrängt an Bord. Das Wetter soll sich morgen ändern“, sagte der Grünen-Parlamentarier Manuel Sarrazin, der in der Nacht zum Montag auf dem Schiff war.

Die „Lifeline“ darf weder in Malta noch in Italien anlegen.
Die „Lifeline“ darf weder in Malta noch in Italien anlegen. - Foto: © APA/AFP

Die „Lifeline“ befindet sich immer noch in der Nähe von Malta in Warteposition. Die Lage könnte so sowohl für die deutsche Besatzung als auch für die Flüchtlinge an Bord lebensgefährlich werden, sagte Sarrazin. „Wenn das Wetter schlecht ist, haben wir eine Seenotsituation.“

Kein Land will Hafen öffnen

„Es besteht konkrete Gefahr auch für deutsche Staatsbürger“, sagte Sarrazin. Nach seinen Angaben sind 17 deutsche Besatzungsmitglieder an Bord. Das Schiff der Dresdner Hilfsorganisation Mission Lifeline hatte am Donnerstag die Flüchtlinge gerettet. Jedoch hat sich bisher kein Land bereit erklärt, dem Schiff einen Hafen zu öffnen. „Der Kapitän hat seit Tagen keine Anweisungen mehr erhalten“, sagte Sarrazin. Mit der Verzögerungstaktik riskiere man, dass die Lage „eskaliert“.

Salvini will privaten Hilfsorganisationen das Anlegen komplett verbieten

Die „Lifeline“ liegt laut Aussagen der Abgeordneten rund 50 Kilometer vor der maltesischen Küste. Malta fühlt sich aber nicht zuständig für die Rettung. Und in Italien wollen die neue populistische Regierung und der rechte Innenminister Matteo Salvini privaten Hilfsorganisationen das Anlegen komplett verbieten. Auch das dänische Containerschiff „Alexander Maersk“ mit 113 Migranten an Bord wartet seit Freitag auf die Anweisung, in einen Hafen einzufahren.

dpa 

stol